Beautygeheimnis Reiswasser im Test

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Sicherlich kennt ihr auch viele, die geben Unmengen an Geld aus für Korean Beauty und die neusten Beautytrends aus Asien, aber habt ihr schon einmal an Reiswasser gedacht? Ja, genau, Reiswasser, das Wasser, dass beim Reinkrochen übrig bleibt. Eigentlich kippen wir dieses Wasser einfach nach dem Kochen in die Spüle, aber dabei soll es eines der best gehüteten Beautygeheimnisse in Japan und anderen asiatischen Ländern sein. Und das Beste: Günstiger geht es kaum. Ich habe für euch dieses kuriose Beauty DIY für Haut und Haar getestet.

Viele von uns kennen Reis und auch andere Gewürze, Getreidearten oder Hülsenfrüchte nur aus der Küche – allerdings lohnt es sich, sie auch mal für den Homeopa auszuprobieren.

Die Ausgangslage

Butter bei die Fische – auch ich werde nicht jünger und habe inzwischen alle Hauttypen durch. Seit etwa einem Jahr ist meine Haut wirklich trocken geworden und braucht Unmengen an Feuchtigkeit. Alkohol als Inhaltsstoff verträgt meine Haut gar nicht, daher fallen leider viele Seren weg. Aber auch zu fettreiche Cremes und Öle funktionieren nicht gut, da ich zu Milien neige. Also eine verzwickte Lage. Ich brauche möglichst etwas Natürliches, Feuchtigkeitsspendendes, dass aber die Haut nicht zukleistert.

Meine Haare sind an sich gesund – zumindest der Teil der Haare mit meiner Naturhaarfarbe. Aber es gab eben Ende 2016 diesen kleinen Unfall mit einer Friseurin, die meine Haare kaputt blondiert hat, da sie leider völlig unfähig war.  Seitdem ist dieser Teil meiner Haare sehr, sehr pflegeintensiv und brauchen mindestens einmal pro Woche eine Haarkur.

Das Praktische an der Herstellung von Reiswasser ist, ist, dass es keine Abfallprodukte gibt. Den Reis, den man zur Herstellung benutzt, kann man danach essen.

Die Zubereitung von Reiswasser

Reis zu kochen kennen wir alle – und so gibt es zwei Möglichkeiten, Reiswasser herzustellen: Entweder man kocht wie üblich seinen Reis und und schöpft dann das übrig gebliebene Wasser ab oder man weicht eine halbe Tasse Reis eine Nacht lang in kalten Wasser ein und schöpft am Tag darauf den Reis ab – den kann man dann immer noch zum Kochen verwenden.

Ich habe mich für die Variante mit kalten Wasser entschieden. Nun ist entscheidend, wofür ihr das Reiswasser verwenden wollt. Wollt ihr es fürs Gesicht nutzen, so habt ihr quasi schon euer fertiges Gesichtswasser. Dies könnt ihr in eine Flasche oder in einen Zerstäuber umfüllen. Wichtig ist, dass ihr es im Kühlschrank lagert. Da das Naturprodukt keinerlei Konservierungsstoffe enthält, hält es sich nur etwa eine Woche.

Wer aus dem Reiswasser eine Haarspülung machen will, sollte es 1-2 Tage in die Sonne stellen. Bei mir hat es nur einen Tag bei Sonnenschein gedauert. Man erkennt, dass das Reiswasser so weit ist am leicht säuerlichen Geruch. Für die Haare benutzt man eine leicht fermentierte Variante des Reiswassers.

Hierzulande ist Korean Beauty und allgemein asiatische Beautyprodukte seit Jahren ein Trend, der in Sachen Hautpflege nicht mehr wegzudenken ist. Daher lohnt es sich auch, neben teuren Tuchmasken auch mal DIY Rezepte zu testen, die seit Generationen weitergegeben werden.

Reiswasser als Gesichtstonic

Ich war sehr skeptisch, als ich diesen Selbstversuch begonnen habe. Und das, obwohl ich eigentlich auch sonst natürliche Inhaltsstoffe auf dem Gesicht nutze. Mein Lieblingsgesichtswasser ist eine Mischung aus Rosenwasser und Lavendelaufguss. Meine Haut verträgt eben viele Dinge nicht und mit diesem Produkt fahre ich seit 10 Jahren immer wieder gut.

Allerdings war es schon sehr angenehm, einen leichten Duft von Reis wahrzunehmen, als ich mein Glas mit dem Gesichtswasser öffne. Die Flüssigkeit ist leicht milchig, hat einen ungläubig angenehmen Geruch und die Flüssigkeit frisch aus dem Kühlschrank ist sehr angenehm auf der Haut. Gleichzeitig erfrischend, aber auch sehr nährend für die Haut. Nach etwa zwei Wochen regelmäßiger Anwendung habe ich langsam den Dreh raus, wie viel reisnasser ich für eine Woche brauche und auch mein Mann nutzt das pflegede Tonic mit. Für mich ist es wirklich gut geeignet, meine Haut ist samtig weich ohne Hautirritationen.

Während bei mir die Haut einfach nur praller und durchfeuchteter ist, hat sich bei meinem Ehemann auch das Hautbild verbessert und die Poren sich verkleinert – vielleicht ist daher dieses günstige Gesichtswasser auch etwas für die Herren der Schöpfung. Mein Fazit ist also: Bei trockener Haut hilft das Gesichtswasser gut, bei unreiner Haut hilft es noch besser.

Wer geruchsempfindlich ist, kann seine Haarspülung aus fermentierten Reiswasser auch mit einen Tropfen Lavendel etwas wohlduftender gestalten. In meiner Hautpflegeroutine spielt jedenfalls schon seit meiner Jugend Lavendel eine große Rolle.

Reiswasser für die Haare

Als Haarspülung war das Reiswasser ehrlich gesagt noch ungewohnter als zur Gesichtspflege. Ich empfehle euch, in die eher säuerlich riechende Flüssigkeit der Nase zuliebe etwas Duftöl eurer Wahl reinzugeben. Bei mir reichte ein Tropfen Lavendel, dass ist auch sehr angenehm vorm Schlafengehen.

Die Anwendung ist an sich ganz einfach. Der Handhabung halber habe ich das fermentierte Reiswasser in eine Shampooflasche umgefüllt und nach dem Waschen in meine Längen verteilt und nach dem Waschen dann einige Minuten einwirken lassen. Danach wird die Spülung ausgewaschen.

Anders als bei dem Gesichtswasser habe ich hier keine große Veränderung an meinen haaren gespürt. Auch nicht nach mehreren Wochen. Ich bleibe trotzdem dran und vielleicht wird mein Haar dann doch noch geschmeidig und glänzender als sonst.

 

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