Berlin mal anders – diese Locations musst du erlebt haben

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Berlin, unsere Hauptstadt, ein Schmelztiegel der Kulturen. Nirgendwo anders in Deutschland spreche ich so viel Englisch wie in Berlin, lerne interessante Menschen und ihren Berliner way of life kennen. Jedes Mal, wenn ich hier bin, bringe ich meine Liste mit und meine Berliner Freunde freuen sich darauf, etwas Neues zu entdecken. Wahrscheinlich hätte ich einfach Reiseleiterin werden sollen, denn es hat schon etwas, Einheimischen ihre eigene Stadt von einer ganz neuen Seite zu zeigen.

Kaffee ohne Reue
Beginnen wir zum Frühstück mit einem guten Iced Latte und etwas Latteart. In Berlin-Neukölln findet sich mitten auf dem Kiez in der zu jeder Uhrzeit belebten Hermannsstraße das Café Isla, wo man guten Kaffee (auch als Veganer mit Hafermilch) und Leckereien bekommen kann, die aus Resten hergestellt werden. In dem Laden gibt es auch Geschirr zu kaufen, der aus Kaffeesatz hergestellt wird.
Und beim Plauschen erfahre ich nebenbei, dass Neukölln als Szenebezirk schon wieder out ist. Jetzt ziehen alle nach Moabit, die Insel, wo man nur schwer hin und wieder weg kommt. Wir sind die Einzigen, die hier Deutsch reden. Typisch Berlin.

Isla Coffee Berlin schmeckt nicht nur sehr gut, es ist auch ein Etablisment mit guten Gewissen. Verpackungsmaterial und Abfall werden minimiert und allgemein Wert auf Nachhaltigkeit in jeder Form gelegt. Eines der Beispiele dafür sind die Milchreste beim Kaffeeaufschäumen. In diesem Café fallen wöchentlich ca. 21 Liter an, die dann zu einem Bruch als Pudding oder andere Speise serviert werden. Auch über die Grenzen Neuköllns ist das Zero Waste Café inzwischen in aller Munde.

Neben Essen und Getränken findet man hier auch Geschirr, das aus Kaffeesatz hergestellt wird. Einen Besuch ist dieses Café auf jeden Fall wert, da es auch vegane Optionen hat.

Zuckerrausch am Hackeschen Markt
In Berlin gibt es viele Touristen. Und wo es viele Touristen gibt, gibt es viel Junkfood. Zwischen all den Orten mit fetttriefender Pizza und Mikrowellenwürstchen findet sich aber auch die ein oder andere Perle. Dazu gehört Flakes Corner, eine kleine, aber feine Kette, die es eben auch neben Berlin auch in Köln und Hannover gibt.
Wer Cornflakes oder Poptarts liebt oder sie probieren möchte, für den ist dies der Himmel auf Erden. Neben süßen Leckereien gibt es Super Mario auf NES und alte Spiele wie Kniffel, Zauberwürfel und Mikado. Langweilig wird einem in diesem farbenfroh gestalteten Cornflakesrestaurant auf jeden Fall nicht.

Seit Oktober 2016 können sich hier Kunden mit den bunten Cornflakes aus Deutschland, UK und den USA erfreuen und ihre wildesten Cerealienträume mit Marshmallow Topping und Erdbeermilch austoben. Und wer eben kein Freund von Fruit Loops und Lucky Charmes ist: Es gibt auch Waffeln, Milchshakes und Pop Tarts.

Auch Veganer kommen hier auf ihre Kosten – sie müssen einfach nach der Liste mit den veganen Produkten fragen. Es gibt für die, die keine Milch vertragen, die Wahl zwischen Haselnussmilch, Sojamilch und Mandelmilch. Wem Cornflakes allein zu langweilig sind, kann seine zuckrige Mischung mit 15  Sorten Flavored Milk oder auch mit Toppings von Schokodrops bishin zu Marshmallows kalorienreich veredeln. Wer es bunt und süß mag, wird hier auf seine Kosten kommen.

Am Anfang ist die Auswahl extrem schwer und wir wurden von all den bunten Gesichtern und Figuren auf den Cornflakesverpackungen geradezu erschlagen.  Mein Tipp also: Ihr wendet euch am besten direkt an den Service und sagt konkret, welche Sorte ihr schon immer ausprobieren wolltet oder aber ihr beschreibt einfach, ob ihr es eher süß oder nicht so süß, schokoladig oder fruchtig mögt. Mit Preisen von 3 bis ca. 8 Euro ist der Cornflakesspaß nicht allzu günstig, aber immerhin bekommt man dafür ein einzigartiges Geschmackserlebnis, was man sonst nur bekommt, wenn man sich all die bunten Cerialien für daheim kauft. Und ob das günstiger wäre? So ein süßer Spaß ab und an ist dann doch doppelt so schön im Retroambiente im Herzen von Berlin.

Entspannen mit Katzen
In Berlin gibt es natürlich auch mehrere Katzencafés. Der Trend stammt ursprünglich aus Asien, wo der Wohnraum begrenzt und meist auch Haustiere nicht gestattet sind. Das erste Katzencafé eröffnete 2012 in München. Auch in Deutschland erfreuen sich Cafés mit verschmusten Vierbeinern zunehmender Beliebtheit und natürlich gibt es gleich mehrere Katzencafés in Berlin. Für uns ist die Reise zu Baristacats eine Fahrt ins Grüne. Etwas außerhalb der Stadt, aber mit Biergarten und Außenbereich versprüht BaristaCats seinen ganz eigenen Charme.

Hier kann man gut und gerne auch bei schlechten Wetter in einer klassischen und fast Retro anmutenden Inneneinrichtung zu sanfter Klaviermusik seinen Kaffe und ein stück Kuchen genießen. Selten war ich so entspannt wie hier und wir verbrachten ungeplant statt nur einer Stunde einen ganzen nachmittag mitten im Grünen zwischen etwas vorstadtanoutenden Straßen und Gassen.

Was mit wirklich sehr gut an diesem Café gefällt, ist, dass das Team ist wirklich freundlich und gibt gut darauf Acht, dass die Katzen nicht genervt oder belästigt werden von den Gästen – es gibt klare Regeln, dass man z. B. schlafende Katzen nicht stört und auch nicht mit Blitz fotografiert. Leider halten sich nicht alle Cafés an solche Regeln oder schauen weg, wenn Kinder oder auch erwachsene Gäste mal ruppig mit den Vierbeinern umgehen. Für jeden, der kein Haustier halten kann und etwas Entspannung braucht, empfehle ich, dieser Location eine Chance zu geben.

Eine grüne Oase inmitten der Stadt
Direkt am Friedrichsstadtpalast hätte ich alles erwartet, aber eben nicht das. Matchakekse, Zucchininudeln und ein Meer aus Grün. Und eine hausgemachte Minzlimonade, die ihresgleichen sucht. Das House of small wonder ist insbesondere bei schlechten Wetter ein kleiner Urlaub vom grauen Berlin, wo man in Ruhe bei Jazzmusik ein feines Ambiente mit japanischen Einschlag hat. Dieses Restaurant bietet Frühstück und Lunch mit veganen Optionen an. Zudem hat es ähnlich wie das Original in Williamsburg in New York eine unverkennbare Atmosphäre mit einzigartiger und stilvoller Einrichtung.

Besonders angenehm ist, dass es viele Optionen gibt wie Sandwiches, die nach Wunsch zubereitet werden. Besonders zu empfehlen ist die vegane Misosuppe mit frischen Laichzwiebeln, die wirklich gut schmeckt – egal, ob Hochsommer oder Regenwetter. Wer kein Palmenhaus in der Nähe hat, findet seinen Zaubergarten hier.

Auch Licht und Atmosphäre sind einzigartig in Berlin. Und das Essen ist liebevoll angerichtet, gekocht aus Bio-Zutaten der Region. Die Zucchininudeln mit Chashewsoße werde ich auf jeden Fall nicht das letzte Mal dort gegessen haben. Wer bislang nicht so richtig verstanden hat, was Soulfood ist, wird es nach einem Besuch hier verstehen.

Donuts in Kreuzberg
Wer Berlin kennt, wird wahrscheinlich auch Bramnibals kennen, denn der Laden ist schon lange kein Geheimtipp mehr.
Eigentlich bin ich kein Fan von Donuts. Meist schmecken sie nur nach Fett mit Zuckerglasur. Aber dieser Laden hat mich eines Besseren belehrt. Donuts müssen nicht immer pappsüß sein und können auch mal nach Lavendel schmecken oder als Topping Maple Smoked Coconut haben.

Und nein, dieser Laden ist nicht nur ein Laden, der bei Social Media Usern in aller Munde und Feed ist, auch die Mundpropaganda ist gut, denn gleich vier Leute haben mir diese Stube der süßen Sünden zeitgleich empfohlen. Und wer wie ich nicht so oft los auf süße, fettige Teilringel hat, kann auch einfach bei dem besten Iced Matcha Latte der Stadt entspannen. Insbesondere empfehle ich momentan die Sorten Chor Sea Salt, Elderflower und Earl Grey Lemon. In dem Laden spricht man meist – wie sollte es anders sein – Englisch.

Berlin – ein Meer aus Möglichkeiten
Diese Liste könnte man unendlich weiterführen, denn jedes Mal, wenn ich durch die Straßen von Berlin ziehe, finde ich neue Locations und teste diese aus oder sie kommen eben auf meine Liste. Dies wird sicherlich nicht mein letzter Blogpost zu Berlin sein.

6 Comments

  1. Gerhard

    April 16, 2018 at 8:18 pm

    Hallo Bettina,

    das House of Small Wonder ist wirklich toll. Da waren wir bei unserem letzten Berlinbesuch auch. Das Schlimme an Berlin ist immer, daß nach einem Jahr schon wieder alles anders ist und es einige der vorgestellten Tipps schon gar nicht mehr gibt. 🙂
    https://www.isarblog.de/berlin-reisetipps-2015/

    Liebe Grüße aus München!

    • Bettina Barth

      April 17, 2018 at 9:53 am

      danke für deinen Kommentar und leider hast du recht. Aber ist es da in München nicht ähnlich oder habt ihr langlebigere Tipps?
      Auf jeden Fall vielen Dank für eure zahlreichen München Ratschläge. Bis auf den chinesischen Pavillon hat mich alles sehr begeistert.

  2. Alex

    April 17, 2018 at 9:47 am

    Sehr sehr schöne Tips. Das House of small wonder sieht mega angenehm aus. Danke dafür. Zudem ist es sehr angenem zu lesen und schön mit den Bildern verbunden.

    • Bettina Barth

      April 17, 2018 at 9:54 am

      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar und berichte gerne, wie du es im House of small wonder selbst empfunden hast. =)

  3. Christine

    April 17, 2018 at 10:36 am

    Danke für die tollen Tipps. Bei meinem nächsten Berlinerin werde ich sicherlich den einen oder anderen nutzen.

    • Bettina Barth

      April 17, 2018 at 5:22 pm

      Auf jeden Fall solltest du dich sputen. leider stimmt es, dass manchmal eine Location kommt und die andere wieder verschwunden ist. Aber das ist auch das Spannende an Berlin – es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken.

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