Japanreise planen – worauf muss ich achten?

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Japanreise – Das ist ein großer Traum seit meiner Kindheit. Mit 30 will ich mir diesen Traum gemeinsam mit meinem Mann endlich erfüllen – nach Japan reisen und darüber ein Buch schreiben und publizieren. In all den Jahren habe ich natürlich viel gelesen, mit anderen reisenden gesprochen und mir reichlich Tipps und Tricks geholt. Diese will ich heute mit euch teilen.

Vor einer großen Reise ans andere Ende der Welt stellen sich meist die gleichen Fragen: Brauche ich ein Visum? Wie teuer wird es?

Brauche ich ein Visum? 

Jeder von uns kennt dieses Problem: Man hat einen fernen Sehnsuchtsort und oft dauert es dann länger, weil man eben noch ein Visum beantragen muss. Das kostet Zeit und oft auch Nerven. Meist geht es nur bei Gruppenreisen oder speziell organisierten Reisen ganz einfach über die Bühne. Aber für Japan könnt ihr aufatmen! Als normaler Tourist braucht ihr kein Visum. Erst bei mehr als 90 Tagen Aufenthalt ist es nötig. Wenn ihr arbeiten wollt in Japan oder als Student dorthin wollt für ein Austauschsemester, ist ein Visum ab mehr als 180 Tagen nötig.

Was braucht ich dann zur Einreise? 

Wir verwöhnten EU-Bürger kennen ihn kaum und ich hatte tatsächlich auch nur einen 2010, als Kroatien noch nicht in der EU war, aber man braucht einen gültigen Reisepass. Ansonsten braucht ihr keinerlei Dokumente oder ähnliches.

In den Straßen Tokyos kann man sich schnell überfordert fühlen. Ist es dann nicht vielleicht schlauer, pauschal und mit festen Programm und Guides zu reisen?

Pauschal oder individuell reisen? 

Ich glaube, das ist immer eine Frage des Budgets und der Erwartungen, die man an so eine Reise hat. Letzten Sommer haben mein Ehemann und ich bei einem Sommerfest zwei Freundesfreunde getroffen, die beide voll arbeiten und im Urlaub nie wieder Selbstversorger machen wollen, sondern All-inclusive und Kinderbetreuung genießen. Sie sind ohnehin beide viel unterwegs und möchten nicht noch im Urlaub einkaufen gehen und gar kochen und putzen, sondern Wellness genießen und sich rundum verwöhnen lassen.

Mein Ehemann und ich hingegen sind im Urlaub absolute Selbstversorger und Abenteurer. Wir lieben es, einfach durch Städte zu streifen, uns möglichst günstig und frisch selbst zu bekochen und einfach mal Unerwartetes zu tun.  Natürlich gehen wir auch Essen, aber eben nicht zwingend. Jona hat zum Beispiel in Paris das erste Mal in seinem Leben Bubble Tea getrunken.

Wir wollen also individuell reisen, da Pauschalreisen eben ein festes Programm vorgeben. Meine Vorstellungen für eine Reise durch Japan ist einfach nicht mit einer Pauschalreise vereinbar.

Wer allerdings nicht so der Pläneschmierer ist wie ich, muss sich keine Sorgen machen – die Pauschalreisen sind herzulande übersichtlich, aber man findet mit ca. 3500 Euro für 14 Tage pro Person inklusive Flug, Unterkünfte und Program einen guten Rahmen, um Japan zu entdecken ohne sich Organisationsstress zu machen.

Unterkunft

Wer nach Japan in Hotels unterkommen will, wird günstige Möglichkeiten ab etwa 40 Euro pro Nacht finden. Besonders Business Hotels sind unschlagbar günstig. Allerdings solltet ihr früh buchen, denn dort gibt es noch Raucherzimmer. Wer Nichtraucher ist, möchte sicherlich nicht in einem solchen Zimmer übernachten und sollte es auf jeden Fall bei der Buchung anmerken.

Wer Lust auf ein wenig mehr das Gefühl hat, ein bisschen in Japan zu leben und dort wie ein Japaner zu leben, für den sind Airbnbs die richtige Wahl. Und auch Minshukus  sind auf jeden Fall für eine Tour durch Japan zu empfehlen. Das sind japanische Bed&Breakfasts und generell günstiger als waschechte Ryokans.

Geld und Wifi

Wer in Japan unterwegs ist, kommt wie in vielen anderen Ländern der Welt nicht an der Kreditkarte vorbei. Ich weiß, bei uns in Deutschland ist es eher andersherum und man hat eher Cash only Läden, aber in Japan geht für uns nichts ohne Kreditkarte. Zahlung per Bargeld oder nur per Karte, das ist je nach Art des Urlaubs total verschieden – während man bei einer Reise über Land schon ein wenig Bargeld dabei haben sollte, geht in den Metropolen wie Tokyo auch heute vieles per Karte. Das gilt allerdings nicht für jede Ramenbude, also wäre etwas Bargeld in der Tasche durchaus sinnvoll.

Wer mehr als nur ein paar Tage in Japan bleiben will, für den lohnt es sich wahrscheinlich, eine Sim Karte anzuschaffen – als Blogger ist das ein Muss, um immer und überall online sein zu können. Allerdings ist man ohne Siamkarte auch nicht ganz von der Welt abgeschnitten – es gibt viele Wifi Hotspots in Städten und in fast jedem größeren Café.

Sushi gibt es inzwischen überall auf dem Erdball. Aber wo finde ich in Japan gutes und günstiges Essen?

Essen und Shopping

Essen gehen in Japan kann eine ziemlich teure Angelegenheit werden. Vor allem abends sind die Preise in Restaurants recht teuer. Daher ist es wichtig für Touristen, die Tricks und Kniffe zu kennen, die es bei der wundervollen Essenkultur in Japan gibt. Mein erster Tipp für Touristen ist es, nicht abends Essen zu gehen, sondern mittags – dort bekommt man oft dieselben Speisen zu einem erheblich günstigeren Preis, of 50% günstiger. Wer von euch nicht so Lust hat, Essen zu gehen, dem kann man auch Streetfood ans Herz legen. Japan ist für Streetfood weltbekannt und es gibt oft auf den Straßen Köstlichkeiten wie Takoyaki oder Okonomiyaki für wenige 100 Yen. Am alleegünstigsten macht es aber ein Bekannter von mir, der öfters geschäftlich nach Tokyo muss und sehr darauf bedacht ist, mit wenig Budget auszukommen: Seine Empfehlung ist es, sich in Supermärkten oder 24-Stunden-Läden, den Convience Stores, mit Lebensmitteln für den Folgetag einzudecken. Dort bekommt man frische Bentos und To Go Essen, dass es ab einer Stunde vor Ladenschluss oder generell abends sehr günstig zu kaufen gibt. Meist gibt es anfangs nur 15% bis 20 % Preisnachlass. Aber abends sind es dann oft 70% Rabatt auf Lebensmittel. Der Preisnachlass startet bei ca. 15-20 % eine Stunde vor Ladenschluss oder kurz nach der Mittagszeit und erhöht sich auf bis zu 50-70%

Wer nun noch eine Zahnbürste, Nähzeug oder anderen Kleinkram braucht, der wird in Japan sehr günstig in 100 Yen Shops fündig, die es dort zuhauf gibt.

 Unterwegs in Japan

Wer durch Japan reisen will. für den gibt es einige Möglichkeiten, dorthin zu reisen. Zwar ist keine davon sonderlich günstig, aber was ist in Japan schon günstig? Wer einen Abstecher auf die subtropische Insel Okinawa machen will, der solle am besten fliegen. Fliege von Tokio aus sind auch durchaus erschwinglich.

Eine andere Möglichkeit ist der Rail Pass, um mobil in Japan zu sein. Damit kann man die weltbekannten Shikansenzüge nutzen, die wirklich pünktlicher als pünktlich sind. Die deutsche Bahn sollte sich davon mal eine Scheibe abschneiden. 7 Tage: mit dem Zug frei durch Japan fahren kostet  29110 Yen, also aktuell etwa 227 Euro. Je länger man mit dem Zug reist, umso günstiger wird es. 14 Tage kosten aktuell  46390 Yen (etwa 361 Euro) und drei Wochen 59350 Yen (etwa 462 Euro).

Alternativ dazu gibt es auch Busse, die deutlich  günstiger als die Züge, aber eben auch langsamer. Die Preise sind hierbei ähnlich teuer wie bei Flixbus in Deutschland.

Einfach entspannen in Parks? Meist ist das in Japan nicht gratis. Daher ist es vorab immer gut, sich zu informieren, was man in Tokyo und anderen Städten gratis oder günstig essen und besichtigen kann.

 Gratis

Auch, wenn ich Japan vieles teuer sind, gibt es einige Dinge, die großartig sind und die man kostenlos machen kann. In Tokyo gehören dazu eine Besichtigung des Tsukiji Fischmarktes oder Meja Schreins. Und die Gärten des Kaiserpalastes in Tokio kann man gratis bestaunen und dort mitten in der grünen Insel der Stadt die Seele baumeln lassen.

Außerhalb der Hauptstadt sind der Bambuswald und Fushimi Inari Schrein in Kyoto einen Besuch wert. Allerdings sollte mir hier unbedingt gründlich nachrecherchierten, wann man Kyoto einen Besuch abstatten will, da die Stadt in den letzten Jahren zunehmend überlaufen von Touristen ist. Auch der Friedenspark in Hiroshima ist eine Touristenattraktion, die vollkommen gratis und eine Reise wert ist.

Zu guter Letzt gibt es auch den leider wenig bekannten Tipp, dass es kostenlos geführte Touren von sogenannten „Goodwill Guides“ gibt. Je nach Stadt gibt es mal öfter, mal einmal wöchentlich diese Touren.

In Japan ist es besser, etwas mehr Geld dabei zu haben als zu wenig. Ausgeraubt wird man dort so gut wie nie. Ein Freund berichtete sogar, dass ein Herr, der in Tokyo ihm und seiner Freundin den Weg zeigte, seine Einkäufe mitten auf der Straße stehen ließ und sie wurden nicht gestohlen. Hingegen ist es wahrscheinlicher, dass man sich in den Kosten verschätzt.

Kosten

Wer früh bucht und Glück hat, zahlt von Deutschland aus pro Flug 500-600 Euro. Je später man bucht, desto teurer wird es. Mit etwas Glück kann man ein Airbnb ab 20 Euro pro Nacht finden, Businesshotels findet man ab 40 Euro pro Nacht inklusive Frühstück.

Was das Essen angeht, kommt es bei den Kosten sehr darauf an, was man genau möchte. Man sollte generell mit etwa 30 Euro pro Person pro Tag rechnen. Auch, wenn man sich sein Essen im 24 Stunden Laden und grundsätzlich mittags Essen geht, wenn die meisten Gerichte nur umgerechnet etwa 10 Euro kosten, kommt da einiges an Kosten zusammen. Wer hingegen auch abends Essen gehen will, sollte noch ein paar Euro drauflegen, denn dann liegen die durchschnittlichen Preise für Gerichte bei etwa 20 Euro in einem Restaurant.

Auch bei dem Transport kommt es darauf an, ob mit Zug oder Bus gereist wird oder man es bei einer Städtereise belassen will. Eine andere Möglichkeit ist auch für Naturfreunde, einen Campingwagen zu mieten, da man sich so Übernachtungskosten sparen kann, denn in Japan gibt es zahlreiche Parkplätze mit guten Sanitäranlagen. Wer nun sich nicht stundenlang hinsetzen will und alles haarklein ausrechnen will, findet auch Reisekostenrechner im Internet. Wir beispielsweise rechnen nach mehrmaligen Durchrechnen mit 3000 Euro pro Person. Eigentlich nur 2400 Euro, aber wir möchten lieber eine Reserve mit einrechnen.

Zu viel gepackt, zu wenig? Bei einer Reise nach Japan sollte man dreimal überlegen, ob man dies oder jenes noch einfach mit einpackt.

Was soll ich einpacken?

Was ihr nach Japan mitnehmt, kommt auf jeden Fall darauf an, was ihr dort machen möchtet. Ein Citytrip braucht natürlich anderes Schuhwerk als einen Wanderurlaub, wie mein Ehemann und ich ihn planen. Auf jeden Fall sollte man erst einmal gut gerüstet sein für einen langen Flug nach Japan, also darauf achten, ausreichend Beschäftigung für einen langen Flug dabei zu haben. Dafür empfehle ich ein paar gute In Ear Kopfhörer und eine White Noise App, um auch wirklich komplett in Ruhe etwas während des Fluges schlafen zu können.

Egal, wie man reist, schweres Gepäck sollte man eher nicht mitnehmen. Das hat zahlreiche Gründe wie, dass die Shinkansen Züge generell nur Platz für wenig Gepäck haben oder auch Hotelzimmer oft eher knapp vom Platz her bemessen sind. Auch viele U-Bahn-Stationen haben keine Aufzüge und wer will schon sein Gepäck immer wieder hoch und herunter schleppen? Daher ist meine Empfehlung: Vorher testen, ob man das Gepäck leicht tragen kann. Man weiß nie vorher, was einem noch so im Urlaub erwartet. Selbst in Deutschland hatte ich schon Situationen, dass Bahnen oder Busse ausfielen, kein Taxi in der Nähe war und ich auch mal 30 Minuten Gepäck schleppen durfte.

Was man auf jeden Fall nicht packen muss, sind oft Toilettenartikel, denn viele Hotels stellen alles bishin zu Zahnbürste und Einwegrasierer. Auch Waschen und Trocknen ist oft kein Problem und so reicht es auch für mehrere Wochen Reise aus, nur wenig Gepäck mitzunehmen und lieber zwischendurch für kleines Geld zu waschen oder ein Reisewaschmittel mit einpacken. Daher reicht es, Kleidung, Socken und Unterwäsche für maximal eine Woche mitzunehmen. Zusätzlich empfehle ich aber auch – je nach Wetterlage – ein zweites Paar Schuhe, da mir einige bereits berichteten, dass sie während der Regenzeit wortwörtlich dauerhaft nasse Füße und kein Ersatzpaar Schuhe dabei hatten. Wenn es in Richtung Wandern oder Camping geht, würde ich neben Wanderausrüstung auch eine kleine Wäscheleine empfehlen – man weiß nicht, wann man so etwas braucht. Im Harz haben wir schon einmal so ein kaputtes Zelt dank umfunktionierter Wäscheleine retten können.

Statt Bücher oder sperriger Geräte würde ich Oldschool zum Schreiben Stift und Papier empfehlen. In Japan kann man sich sicher unterwegs noch vielerorts eine zweite Kladde holen, falls die erste voll ist. Fürs Lesen hingegen schmerzt es mich fast, dass zu sagen, aber: Bücher sind auf dieser Reise eher unpraktisch. Ich liebe Bücher, das Gefühl, ein gutes Buch in der Hand zu haben, den Geruch frischer Bücher, die Randnotizen Fremder, wenn man ein Buch im Antiquariat kauft … aber es nimmt viel unnötigen Platz weg. Daher empfehle ich für Japan Ebooks auf einem Ebookreader oder Smartphone, dazu neben einem Ladegerät dann auch noch eine Powerbank. So steht dem Lesespaß nichts mehr im Weg. Dank Video on Demand Plattformen kann man auch offline Filme, Dokumentationen und Serien für den Flug und die Reise downloaden. Allerdings zu guter Letzt: Statt einem guten Buch oder Film oder Bingewatching kann man all diesen Medienkonsum auch mal beiseite lassen und sich darauf konzentrieren, Japan bei seiner individuellen Reise zu entdecken. Wer dann noch Fotos machen will, sollte neben Laptop auch eine externe Festplatte mitnehmen, um all diese Daten zu sichern, denn man weiß ja nie.

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