Mein erstes Mal – Tauchen in Ägypten

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Ägypten hatte ich irgendwie immer schon auf dem Zettel, aber geklappt hat es irgendwie nie. Immer kam etwas anderes dazwischen. Ich kam gerade aus Barcelona, als ich die Einladung zu einem Special Event organisiert von Turkish Airlines und Hurghada erhielt. Ich überlegte nicht lange und sagte zu.

 

Das Watersportsfestival Turkish Airlines Hurghada.

Am Tag der Ankunft hatte ich nur ein bisschen Zeit mich am Strand umzusehen und das Hotel zu erkundschaften. Am nächsten Tag ging es direkt los.

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Eine Bootsfahrt die ist lustig

Am Anleger standen diverse Boote (oder waren das schon Schiffe?) bereit. Das Wetter war traumhaft. Der Himmel war wolkenlos und die Sonne stand hoch am Himmel und wärmte uns. Wir fuhren über das Meer und das Wasser zeigte sich in seinen schönsten Farben. Man sagte mir, dass man manchmal sogar Delfine beobachten könne. Das Glück hatte ich leider nicht, aber ich genoss die Fahrt trotzdem. Irgendwann stoppten wir und die Kapitäne steuerten die Boote neben einander. Wie kleine Soldaten standen sie nun in einer Reihe. Die Sonne glitzerte auf dem Wasser wie kleine Diamanten.

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Wind hatte eingesetzt und wehte mir die Haare durcheinander.

Nun kam Hektik auf. Die Taucheranzüge wurden angezogen und die Lehrer machten sich bereit.

 

Soll ich? Oder soll ich nicht?

Ich stand unten an der Reling und beobachtete das hektische Treiben. Ich muss gestehen, ich bin ja eher der Angsthasen-Typ. Früher weniger, aber heutzutage denke ich über alle möglichen Gefahren nach. Ich bekam ein mulmiges Gefühlt. Ich war noch nie Tauchen. Ehrlich gesagt, habe ich eher selten den Kopf unter Wasser. In der Badewanne schon, aber im Meer als Jugendliche zuletzt. Schnorcheln? Auch ewig her. Und jetzt sollte ich direkt mal ein paar Meter tief unten schwimmen? Ich überlegte zu kneifen. Eigentlich hatte ich dem Lehrer auch schon über die Stimmen hinweg zugerufen, dass ich es mir anders überlegt hatte. Er kam trotzdem auf das Schiff in voller Montur und sagte, er wolle mir zumindest erklären wie es denn wäre und was man zu bedenken hätte. “Na gut”, sagte ich mir, “anhören kann ich mir das ja.”

Ägypten
Ganz entspannt erklärte er Alice (eine neue Bekannte und in dem Moment Leidensgenossin) und mir wie das Atmen unter Wasser funktioniert. Ich schaltete ab, als er anfing zu erklären was man machen solle, wenn man Wasser in den Lungen hätte. Das würde ich mir niemals alles merken können. Ich schüttelte entschieden den Kopf. Nein, ich würde heute wohl doch nicht tauchen. Viel zu kompliziert und viel zu chaotisch alles.

 

Ach was soll’s

Ich schaute mich um. Sah die begeisterten Gesichter nach dem Tauchgang. Hörte das freudige Lachen diverser Kinder. Jetzt war ich schon hier in Ägypten. Das Wasser schrie nach mir. Der Lehrer war die Ruhe in Person und lächelte mich aufmuntern an. Ich wollte tatsächlich kneifen? Nein, verdammt nochmal. “Wie oft ich noch die Gelegenheit haben werde in dieser Umgebung das Tauchen zu erlernen weiß ich nicht. Es gibt nur ein Leben.” Sagte ich in meinem Kopf und nickte dem Tauchlehrer zu. “Ok,” rief ich. “Wo ist mein Taucheranzug?” Ich zog mich also um und man half mir mit Flasche und Maske. Die Flasche wog gefühlt 500kg auf meinem Rücken. Sie versicherten mir zwar, dass ich es im Wasser nicht merken würde, hatte aber ein bisschen Angst an Bord wie ein Käfer auf den Rücken zu fallen und nicht mehr aufstehen zu können. Zum Glück waren ein paar Helfer da, die mich zum Wasser begleiteten und das Gewicht der Flasche etwas nahmen. Vorsichtig glitt ich ins Wasser. Mein Herz klopfte bis zum Kopf. Alles kribbelte. War es Aufregung oder Angst? Ich konnte es nicht sagen.

Ägypten

Atme … atme

Die Maske lag eng an meinem Gesicht und ich vergaß, dass ich nicht nur die Nase Luft holen konnte. Ich bekam ein bisschen Panik, noch bevor ich unter Wasser war. Doch der Lehrer war sehr entspannt. Er nahm mich an den Arm und schaute mir in die Augen, als er sagte: “Wir haben alle Zeit der Welt. Sei ganz entspannt und finde deinen Rhythmus.” Ich hätte gerne aufgelacht, wenn das mit der Maske und dem Teil im Mund nicht so schwer gewesen wäre. Es war ungewohnt. Ich hatte das Gefühl nicht genug Luft zu bekommen. Und ich war immer noch nicht mit dem Kopf unter Wasser. Er sagte mir, ich solle versuchen zu schnorcheln. Einfach das Gesicht unter Wasser halten. Ok, was sollte schon passieren an der Wasseroberfläche. Er hielt mich ja zudem auch fest. Also glitt ich langsam mit dem Kopf unter Wasser. AHA, ich konnte atmen unter Wasser. Kein Wasser in die Nase oder Augen. Das war doch schon mal was. Wir schwammen an der Oberfläche ein wenig näher an die Korallenriffs. Dann tauchte ich wieder auf, weil ich irgendwie Panik bekam. Ich sollte tief runter? Ich war mir nicht sicher ob ich das tatsächlich schaffen würde. Ich fragte ihn, ob wir nicht wieder zurück wollen. Er lachte nur und sagte, dass ich zumindest die bunten Fische sehen müsse. Jetzt war ich so weit gekommen und wollte tatsächlich zurück? Was war bloß mit mir los?

Tauchen

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So schön

Also, runter mit dem Kopf. Wir schwammen näher an die Korallen und auch immer ein bisschen tiefer. Den Druckausgleich bekam ich einfach nicht hin, aber die Tiefe war ja auch nicht so dramatisch. Bei ungefähr 2 Metern blieb ich stehen und bewunderte tatsächlich die bunten Fische. Der Lehrer fragte mich alle paar Sekunden, ob alles ok sei. Natürlich mit Handzeichen. Ich war sogar schon so drin, dass ich meine Unterwasser Cam herausholte und ein wenig filmte. Es war so ruhig unter Wasser. Nichts war zu hören. Um uns herum schwammen kleine und etwas größere Fische. Ich musste lächeln, tat es aber nicht, weil ich nicht riskieren wollte, Wasser einzuatmen. Es war unglaublich. Nach einer Zeit tauchten wir in Richtung Boot.

Ende gut…

Man half mir aus dem Wasser und ich war einfach nur happy. Glücklich, dass ich nicht gekniffen hatte und ich die Möglichkeit bekam, diese wundervolle Erfahrung zu machen. Der Wind wehte jetzt etwas stärker und die Sonne verschwand jetzt hinter kleinen, weißen Wolken. Ich merkte nicht viel, denn mein Adrenalin war noch recht hoch.

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Abends
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Nach einem langen Tag auf dem Meer ist der Hunger besonders groß. Für den Abend hatten die Veranstalter des Festivals groß aufgefahren. Es gab unglaublich leckere Speisen und ich konnte kaum an mich halten. Die Meeresluft und das Tauchen hatte mich unglaublich hungrig gemacht. Nach einer kurzen Rede des Gouverneurs und der Sponsoren, wurde das Buffett eröffnet. Nach dem Essen, gab es noch Drinks und Party an der Strandbar. Ein wirklich langer, aber unglaublich schöner Tag ging zu Ende…

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Das Schöne am Reisen – man trifft immer wieder tolle Menschen. Alice und Rocco. Alle Drei müde, aber happy!

Ägypten

Als ich die Einladung erhielt, überlegte ich nicht 2x. Mir war klar, dass ich dahin fliegen würde. Türkisch Airlines gab mir sogar die Gelegenheit in der Business zu fliegen (Artikel folgt). Aber der ausschlaggebende Punkt war, dass ich unbedingt Ägypten sehen wollte. Natürlich waren 2 Tage nichts. Viel zu wenig um davon zu sprechen, dass man Ägypten gesehen hätte. Fühlte ich mich unwohl oder nicht sicher? Zu keiner Zeit! Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich nicht sicher sei. Alle verhielten sich normal. Die Sicherheitsbestimmungen am Flughafen waren etwas verschärfter, als an anderen Flughäfen. Aber mich störte das nicht. Ganz im Gegenteil, denn schließlich ging es um meine Sicherheit. Würde ich nochmal nach Ägypten fliegen? Unbedingt. Ich war lediglich 2 Tage vor Ort und das ist nichts. Es gibt noch so viele, andere schöne Dinge die man dort machen kann.

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Fazit:
Manchmal muss man über seinen Schatten springen um Dinge zu erleben, die man vorher niemals für möglich gehalten hätte. Bei mir war es in Ägypten “nur” das Tauchen. Aber es geht um mehr. Denn ich weiß, dass ich mir manchmal selber im Weg stehe. Einfach öfter mal aus sich herauskommen und ins kalte Wasser springen. Es kann unglaublich sein oder auch nicht. Aber wenn man es nicht versucht, wird man es nie erfahren!

 

Vielen lieben Dank für die Einladung von Türkisch Airlines. Es war großartig. 

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