Sullivan’s Island – ein Surferparadies

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Geheimversteck in den Südstaaten

 

Sullivan’s Island! Für mich sah die kleine Insel irgendwie nicht besonders spektakulär aus, aber der Strand rief mich und ich folgte dem Ruf. Die Häuser in direkter Strandnähe waren groß, pompös und absolut atemberaubend. Ich fand einen winzigen Parkplatz, ganz ungewöhnlich für amerikanische Verhältnisse und stellte mein Auto ab. Voll beladen ging ich den kleinen Naturtrampelpfad entlang, was mich ganz stark an die Nordsee erinnerte. Der Blick zum Wasser wurde mir durch hohe Dünen versperrt.

Auf dem Weg zum Strand kam mir eine kleine Familie entgegen. Vater, Mutter, Kind. Der Vater trug seine komplette Windsurf Ausrüstung locker im Arm. Seine Ralph Lauren Badehose hing ihm lässig auf den Hüften und brachte seinen 6-Pack bestens zu Geltung. Braungebrannt und nicht minder durchtrainiert, ging seine Frau neben ihm. Nur in einem Bikini bekleidet und barfuß mit einem Kind auf dem Arm. Okay. Das war mal eine interessante Familie.

Über eine kleine Düne erreichte ich den weitläufigen Sandstrand. Von einer Windbrise erfasst, nahm ich die ersten Eindrücke auf.  Wer hätte das gedacht. Mitten im Nirgendwo gab es diese kleine Insel. Überall auf dem Wasser waren Wind- und Kitesurfer, die man in wilden Freestyle Aktionen bewundern konnte. Das Meer war sozusagen zweigeteilt. Eine lange Sandbank verlief parallel zum Halbwindkurs. Wieder kam mir eine Gruppe von Windsurfern mit ihren Brettern entgegen und wieder konnte ich nicht Drumherum die gut gebauten Amerikaner zu betrachten. Ein älteres Pärchen spazierte an mir vorbei und ungläubig schüttelte ich den Kopf. Sogar diese beiden braun gebrannten Rentner waren durchtrainiert mit keinem Gramm Fett am Leib. Diese Insel war eine komplett andere Welt, als die der klassischen Südstaaten Orte, die ich vorher besucht hatte.

Eine wunderbare Meeres- und Küstenfauna und ein ca. 79ha großen Waldgebiet umgaben den Strand. Wie man an den vielen Segeln auf dem Wasser erkennen konnte, war er von Wind- und Kitesurfern absolut beliebt.  Die Häuser am Wasser waren groß und außergewöhnlich. Weder am Strand noch in der Nähe befanden sich irgendwelche kommerziellen Angebote und auf Annehmlichkeiten wie Toiletten oder Duschen musste man hier ebenso verzichten.

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Ich sprach mit einigen Surfern und sie erklärten mir, dass die Vorhersage des Windes auf dieser Insel schwierig sei. 20 bis 25 Knoten seien da die Regel. Manchmal jedoch käme der Wind in so starken Schüben und würde dann abrupt stehen bleiben. In manchen Monaten würden die Florida Winde auf die thermalen Bedingungen der Südstaaten treffen und das käme den Kite- und Windsurfern noch mehr entgegen. Ganz früh im Frühjahr, im späten Herbst oder im Winter würde sich eine Feuchtigkeitsschicht regelrecht auf das Wasser legen und den auflandigen Wind blockieren. An solchen Tagen würde aus einer 25 Knoten Vorhersage im besten Falle maximal 10 Knoten.

Im Norden befand sich die Sandbank. Auf der Außenseite konnte man ein paar coole Freestyle Sprünge über die Wellen beobachten. Im Inneren der Sandbank glitten einige Kitesurfer ohne Wellen wie auf Schienen. Vorsicht, zu bestimmten Jahreszeiten lieben die Quallen dieses Revier genauso, aber mit dem richtigen Outfit ist alles nur halb so wild.

Sullivan‘s Island liegt ca. 20 bin 30 Minuten vom Flughafen Charleston entfernt. Eine kleine Brücke führt vom Ben Sawyer Blvd. über den Intercoastal Waterway direkt auf das kleine Fleckchen Surferparadies.

Sullivan‘s Island, bei dem Namen muss ich immer an Fantasy Island denken und irgendwie ist der Gedanke gar nicht so verkehrt.

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