Versteckte Hotspots in Berlin

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Einen Berlin Hotspot zu finden, da ist jeder Besuch ein bisschen wie Russisches Reiseroulette. Hatte man vor einigen Jahren noch eine vegane Lieblingseisdiele, ist sie beim nächsten Mal vielleicht schon eine Dönerbude. Und da ist gerade gut, dass man Orte kennt, die die Zeit überstehen und einem auch beim nächsten Besuch treu bleiben. Wir haben für euch in Berlin lange, lange gesucht und so einige Orte gefunden, die garantiert kein Touristenguide kennt und die nicht mit Menschenmassen überflutet sind.

Das böhmische Dorf

Wohl jeder, auch außerhalb von Berlin, kennt wohl inzwischen das Tempelhofer Feld. Mein Ehemann war immer fasziniert von diesem ehemaligen Flughafen, der im Jahre 2008 geschlossen wurde. Aber im Grunde genommen ist es nur eine wirklich, wirklich große Wiese, die bei guten Wetter von Menschenmassen überrannt wird. Wer nun in Neukölln ist, muss nicht gleich sein Dasein auf den betonierten Straßen fristen. Auch, wenn es gute Alternativen wie Isla Coffee gibt, gibt es noch einen Geheimtipp. Und ja, selbst die meisten Berliner selbst kennen diese Location nicht und zucken mit den Achseln, wenn man es nennt. Natürlich, es ist kein Szenebezirk. Aber gerade in der Hektik von Neukölln ist es mal ganz spannend, plötzlich mitten im Dorf zu stehen. wer mal der Stadt entfliehen will, findet dort eine historische Schmiede, einige verträumte Gärten und kleine, alte Kirchen.

Ein Hauch von Asien

Nun kommen wir zu einem Ort, der oft missverstanden wurde – das Dong Xuan Center. Ich weiß nicht, wie es dazu kam, dass dieser Ort wohl der enttäuschendste Ort in Berlin für Touristen ist. Das Zentrum ist ein Markt mit asiatischen Läden, kein Asia Disney Land oder Vergnügungspark. Nein, das Dong Xuan Center nutzt eben jenen, die einen günstigen Haarschnitt möchten, gerne asiatische Lebensmittel kaufen oder eben gerne asiatisch essen gehen. Wer Shoppen gehen will, kann genug Malls und kleinere Läden in der Innenstadt finden und muss nicht ganz mit der Tram nach Lichtenberg herausfahren. Für uns ging es nur in das Handelszentrum, weil wir einfach Lust auf etwas Neues hatten. Und war wir keine Erwartungen hatten, wurden wir auch nicht enttäuscht. Unsere Entdeckung dort war Zuckerrohrsaft, süß, aber nicht zu süß und sehr angenehm an heißen Sommertagen. Und ansonsten kann einfach dort stöbern und sich treiben lassen.

Die Donuts von Brammibal’s Donuts sind nicht nur in Berlin bekannt – neben veganen Sorten aus dem festen Sortiment wie meiner Lieblingssorte Maple smoked coconut gibt es auch monthly specials wie Strawberry Pistaccio

Veganes Eis und zauberhafte Donuts

Auch in Berlin ist man ja gern ein Herdentier und geht zu dem Donutladen oder den Eisladen, den alle gut finden. Wie sollte es anders sein? Mein Mann war besonders fleißig und hatte sich eine Eisdiele ausgesucht, die er unbedingt besuchen wollte. Leider ist er nun kein Reisebloggerprofi und hat nicht gegengecheckt, ob die Eisdiele noch existiert. Daher standen wir plötzlich vor einer Filiale eines veganen Donutladens. Die Eisdiele hatte wohl dichtgemacht. Wir haben das Beste daraus gemacht und uns eine süße Sünde fürs als Frühstück für den Folgetag mitgenommen.

eine kleine, aber feine Auswahl an veganen Eissorten bietet Tribeca Icecream. Dort draußen zu sitzen bei guten Wetter ist wie ein wenig Urlaub von der Großstadt.

In einer Nebenstraße am Prenzlauer Berg, ganz versteckt und fernab der Touristenmassen ist Tribeca Ice Cream eine kleine Insel der Ruhe. Die Fahrt lohnt sich auch, denn andere vegane und teil-vegane Eisdielen wie Mos Eisley in Berlin-Neukölln sin ständig überlaufen.

Aber auch in so einer Situation auf der Suche nach Eis ist Google Maps dein Freund und Helfer. Und wer sagt es, in 200 Meter Entfernung gibt es zwei vegane Eisdielen. Wir haben uns für Tribeca Ice Cream entschieden. Zwar sind 2,20 Euro pro Kugel nicht supergünstig, aber bei dem Geschmack lohnt es sich.

Bei GaYaYa in Berlin kann man asiatische Speisen aller Art genießen. Bei unseremveganen 5-Gänge-Menü haben mir vor allem das farbenfrohe Sushi mit Avocado bewundert.

Kulinarische Entdeckungsreisen

An dieser Stelle könnten nicht nur eines, sondern hunderte Tipps stehen, wo  man in Berlin gut essen kann. Die Stadt hat eine kulinarische Vielfalt wie kaum eine andere Stadt, die ich kenne. Dazu gehören nicht nur Das House of Small Wonder direkt beim Friedrichstadtpalast, sondern eben auch viele kleine andere Läden, die nicht in jedem Touristenführer stehen.

Okonomiyaki klingt erst einmal wie ein kleiner Zungenbrecher, ist aber eine sehr leckere Art veganer Pfannkuchen aus Japan. Dieser herzhafte Pfannkuchen mit Gemüse und mit veganen oder eben auch nicht-veganen Toppings wie Fisch, Bacon oder Käse ist eines der beliebtesten Streetfoods aus Japan neben Toriyaki, mariniertesHühnerfleisch am Spieß und Takoyaki, Tintenfischbällchen mit Soße.

wer die neusten Streetfoodtrends finden will, kommt nicht an der Fressecke im Mauerpark Flohmarkt vorbei.

Wer auf Streetfood steht, sollte auch einen Besuch auf den Mauerpark Flohmarkt wagen. Natürlich, das ist total touristisch, aber ähnlich wie das Dong Xuan Center finde ich,  dass der Flohmarkt für Touristen eher weniger taugt. Ich gehe dort gerne sonntags hin, decke mich mit Saft und leckeren Streetfood wie Okonomiyaki, japanischen herzhaften Pfannkuchen ein und gehe dann rüber zum anliegenden Park, wo viele Livemusiker im Laufe des Tages spielen.

Insbesondere, was asiatische Küche angeht, hat uns Berlin immer wieder  positiv überrascht. Besonders vegan Ramen essen zu können ist eine ganz besondere Erfahrung, die wir Nordlichter nicht alle Tagen machen, denn vegane Nudelsuppe nach japanischer Art gibt es eben leider in Hamburg oder Bremen (bislang) nicht.

das Isla Coffee ist immer wieder einen Besuch wert. Besonders den Cold Brew Kaffee und den Iced Latte mit Hafermilch kann ich euch ans Herz legen. Und für diejenigen unter euch, die keine Kaffeefans sind: Es gibt dort auch tolles Banana Bread!

Ein guter Start in den Tag

Essenziell für mich am Morgen ist auch ein guter Kaffee. Daher ist mein großer und wichtiger Rat: Geht nicht zu großen Ketten oder gar zum Bahnhofskiosk. Berlin ist voller talentierter Baristas, die euch zauberhaften Kaffee kredenzen. Da ich meist in Neukölln lebe, wenn ich in Berlin bin, ist und bleibt mein Favorit Isla Coffee und der Cold Brew dort ist einfach unnachahmlich – im Ernst, ich habe es versucht! Aber dort schmeckt der Cold Brew so gut wie sonst nirgends auf der Welt. Ich gebe mir Mühe, einen noch besseren Cold Brew Kaffee zu finden, aber ich denke, es wird schwierig.

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