Montag, 24 Februar, 2020

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Vor einer Woche war ich in Bremen bei der Kunstrausch Party, die von der Universität Bremen in der Kunsthalle Bremen organisiert wurde und warum das für mich so ein besonderes Ereignis war, möchte ich euch in diesem Blogpost erzählen.

Gastro Girl

Was Partys angeht, bin ich eigentlich ein gebranntes Kind. Wer schon mal in seinem Leben gekellnert hat für längere Zeit, der wird mich verstehen. Es gibt diese Menschen und ich beneide sie ein bisschen. Die können arbeiten und dabei total abgehen und Party machen. Ich kann halt entweder arbeiten oder abgeben, aber beides zusammen geht für mich nicht, weil eben auch in der Gastronomie ein eher rauer Ton herrscht.

Eine Mona Lisa? Viele Mona Lisas. Mein Mann hat sich auch als eine beworben, aber es leider nicht in den Reclam geschafft. Ob es an seinem Avocado Shirt von den Bauchfrauen lag?

Wer am Theater feiert…

Neben diesen ein Problem mit der Gastronomie Tätigkeit in der Vergangenheit gibt es daneben noch ein anderes Problem. Das Theater. Ich habe lange Zeit am Theater verbracht und viele Jahre schöne Zeiten erlebt und man fährt eben auch sehr krass am Theater. Ich weiß gar nicht, wie ich das in Worte fassen soll. Es geht nicht unbedingt um Alkohol oder super doll tanzen, aber es sind sehr intensive Gespräche und wieso eine coole Studentenparty. Und es gibt daneben auch diese coolen Studentenpartys und einmalig waren die Partys einer Mediziner WG und dieses Wohnung war einfach extrem cool, direkt unter dem Dach und mit ausgebauten Dachboden.

Da gab es ein Partyzimmer  und und in diesem unter dem Dach mit Sternanblick eine Riesenmatratze, wo man sich hinsetzen und chillen konnte oder wo vielleicht auch der eine oder andere mal eingeschlafen ist. “Wer am Theater feiert, der kann danach nicht mehr richtig feiern .”, hier ist es dann immer wie eine düstere Prophezeiung, dass alles, was nach dem Studium und der Zeit am Theater kommt nur nach ein großes trauriges Nichts ist. Aber wäre ich nicht aus Göttingen und vom Theater weitergezogen, dann könntet ihr heute nicht diese Zeilen lesen.

Für seinen allerersten Luftballonhund ist dieses Exemplar von meinem Mann gar nicht so schlecht.

Eigentlich nur mit Mutti

Irgendwann, während meiner Zeit am Theater, haben meine Mutter und ich etabliert, dass wir uns zusammen Kunstausstellung ansehen. Ich komme vom Land aus der Nähe von Cuxhaven und da ist es halt mit Kunstausstellung jetzt nicht soweit, man kann höchstens irgendwann mal so einzelne Künstler, die an der Medem Leben besuchen und das haben wir auch mal eine Woche lang in meiner Realschule Zeit gemacht. Es war zum Teil ziemlich seltsam, was war auch irgendwie schön, Künstler zu besuchen und vielleicht will ich das irgendwann mal wieder machen dieses Jahr. Ich möchte gerne mal wissen, was aus den Künstlern in meiner Region geworden ist und mal zu fragen, ob die Zeit für einen Tee oder Kaffee haben und mit mir ein bisschen reden wollen, ist ja eigentlich auch eine ganz gute Sache. Fragen kostet ja nichts und was Schlimmeres als nein können sie nicht sagen.

Meine Mutter und ich gehen also regelmäßig in Ausstellungen und gucken Sie uns am. Da waren viele schöne dabei, aber wir haben auch festgestellt, dass wir mit einigen Künstlern echt nichts anfangen können. Dann aber zu hören, was andere Besucher über diese Kunst sagen, hat halt auch seinen Unterhaltungswert. Aber auf einer richtigen Party waren wir bislang nicht, immer nur tagsüber in verschiedenen Ausstellungen, da wir von meinen Eltern aus eine längere Anfahrt haben.

Da uns die Ikonen Ausstellung oder zumindest die Teile, die bei der Party zugänglich waren, so gut gefallen hat, werden wir auch noch einmal in der kommenden Woche mit meiner Mutter die Ausstellung besuchen.

Mein Mann und die Kunst

Mit meinem Mann ist dass er eine andere Sache, denn der mag das einfach nicht, er ist Jahrgang 96 und eben vollkommen mit einer digitalisierten Welt und Smartphones aufgewachsen und kennt halt auch zwar klassische Museen, aber sie haben für ihn wenig Unterhaltungswert. Somit muss ich erstmal einen großen Lob an die kunstrausch Party setzen, denn ein Teil der Ikonen Ausstellung, die noch bis März zu sehen ist, war während der Party frei zugänglich und man konnte bei dieser Ausstellung einige Aktionen machen.

So hatte mein Ehemann die Gelegenheit, zum ersten Mal in seinem Leben einen Ballon Hund zu machen oder ich habe blind ein Gemälde gezeichnet und erweitert sächlich kein einziges Mal aus Papier geguckt, das hätte allerdings dem einen Auge gut getan, denn ist es eher so in Richtung Lippe gerutscht.

Vertraut unter Fremden

Natürlich gab es auch Musik und eine Bar und eine Band und DJs und es war einfach eine richtig coole Atmosphäre. Wir waren wirklich auf einer Party, wo wir keine einzige andere Person kannten und auch die anderen Freunde und Bekannten von uns, die dann später auf der Party waren, uns nicht über den Weg gelaufen sind. Und trotzdem hatten wir das Gefühl, dass wir mit richtig coolen Leuten abhängen und jeder war freundlich und nett und kommunikativ. Und so sollte doch eine Party sein. Wir haben schöne Mitmachaktionen gemacht und man konnte neue Leute kennenlernen und man konnte auch einfach die Atmosphäre genießen. Man konnte im Sitzsack liegen und Chillen, tanzen, plauschen, Cocktails trinken, Mandalas malen oder der Mona Lisa eine persönliche Note geben.

Dafür, dass ich diese Zeichnung gemacht habe ohne einmal auf das Blatt zu gucken, habe ich mich doch schon ganz gut geschlagen, oder?

Gibt’s nur einmal im Jahr

Diese Kunstrausch Party gibt es leider nur einmal im Jahr und ich kann euch natürlich empfehlen, im nächsten Jahr nach Bremen zu kommen und einfach diese schöne Atmosphäre aufzusaugen und ebenso die schöne Kunst. Aber natürlich kann ich euch empfehlen, euch noch die Ikonen Ausstellung anzusehen. Und allgemein finde ich, dass die Kunsthalle in Bremen immer einen Besuch wert ist. Denn als ich das erste Mal 2014 an meinem Geburtstag dort war, da war das halt echt so eine Offenbarung für mich. Das kleine Bremen hat so viel große Kunst.

Ich musste halt kurz danach noch ein zweites Mal hin. Beim ersten Mal war ich so überrascht über diese große Ausstellungsfläche, dass ich mich von all den Eindrücken erholen musste. Anschließend könne ich erst den Rest der Bilder beim zweiten Mal angucken. Die kunsthalle ist auch im Vergleich zu anderen Ausstellung wirklich günstig. Zieht euch einfach mal die Preise in Amsterdam rein und ihr wisst, was ich meine. Ich persönlich bin ab und zu einfach in Hoodie dort. Und vielleicht findet ihr mich und ich skizziere gerade ein bisschen ungeschminkt und im Gammellook. Daann können wir schön einen Kaffee im Café Sylvette trinken.

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