Freitag, 6 Dezember, 2019

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Manche tun es täglich, manche so gut wie nie – Zugfahren. Für mich sind Züge und inzwischen auch öffentliche Verkehrsmittel aller Art ein fester Bestandteil meines Lebens geworden. Als Jugendliche hatte ich noch Glück und musste erst ab den Alter von 6 Jahren pendeln – diesen Luxus hatte fast niemand in meiner eher ländlich geprägten Gegend, daher war ein mancher froh, wenn man 16 Jahre und dann 18 Jahre alt war und erst Roller fahren und sich dann eigenes Auto anschaffen konnte.

Mein liebstes Mittel zum Reisen

Vielleicht ist dies der Grund für mich, warum ich zum Zugfahren eine eigene Verbindung habe. Es war schon in meiner Jugend so viel praktischer, noch mal Hausaufgaben zu machen oder für eine Klausur zu lernen statt irgendwo im Stau zu stehen in Cuxhaven. Auch auf Instagram spreche ich öfters darüber, dass ich gerne mit dem Zug reise. Und ich bin ehrlich gesagt überrascht, wie wenig angeben, dass sie gerne mit den Zug reisen. Dabei ist der ehrlich gesagt meine liebstes Reisemittel. Am Flughafen gibt es immer diese lange Wartezeiten. Dagegen ist man mit einem Schnellzug immer in Bewegung, die Landschaft rauscht an einem vorbei. Ein sehr schönes Gefühl und ich liebe es, wenn ich nach meinem üblichen Zwischenstopp in Göttingen in den Süden fahre und mich wundere, wie schnell so ein ICE doch durch Hessen brettert.

Bild von Bahnhofshalle mit mehreren Zügen

Man müsste meinen, dass ich des Reisens mit der Bahn überdrüssig bin, aber im Gegenteil: Nicht nur innerhalb von Deutschland fahre ich gerne Bahn – auch in der Schweiz, den Niederlanden oder Großbritannien bin ich schon mehrfach mit dem Zug gereist.

Für mich Reisen mit Tradition

Vielleicht liegt das auch daran, dass ich als Kind mit den Pfadfindern oft mit dem Zug und dem Nahverkehr gereist bin. Irgendwann sind wir ausgestiegen und sind restlichen Teil gewandert. So hatte man gut Zeit, sich auch mal zu erholen oder eben doch noch ein Stück Zug zu fahren, wenn dann doch jemand mal schlapp machte. So kannte ich es auch, dass man teils auch ma 12 Stunden im Zug saß. Und auch zu einem Konzert nach Köln bin ich mal 1 Stunden mit einem Quer durchs Land Ticket und einer Freundin gefahren, da es an dem Silvester fürchterlich stürmte dauerte es allerdings länger als regulär. Daher bin ich wirklich froh, dass ich inzwischen eben mir den Luxus von Schnellzügen gönnen kann:

Da sich ja ab und an eine Zugreise nicht vermeiden lässt, sind hier meine Must Haves für eine Zugfahrt. Egal ob eine Stunde oder einen Tag, man sollte allzeit bereit sein, wie man so bei den Pfadfindern sagt.

Bild von einem Speisewagen in einem Zug mit Gedeck

Nicht jeder Zug hat den Luxus eines Bordrestaurants. Im Zweifelsfall sollte man sich beim Zugfahren immer selbst versorgen können.

Kompakter Notfallsnack

Jeder in meinem Umfeld weiß inzwischen, dass ich sie immer bei mir habe: Nüsse für den Notfall. Nüsse sind einfach eine unglaublich praktische Notfallration für jeden von uns, nicht nur für Veganer wie mich. Sie sind platzsparend und energiereich, daher reicht auch schon eine kleine Dose oder Packung, um eine kleine Mahlzeit zu ersetzen. Wenn man dann mal eine Verspätung hat oder der Zug irgendwo stecken bleibt und man auf Schienenersatzverkehr wartet, ist man sehr dankbar dafür.

Nie ohne Wasser

Egal, ob 20 Minuten oder 4 Stunden – ich habe immer ausreichend Flüssigkeit dabei. Das muss einfach sein. Denn auch hier weiß man nie, ob man nicht irgendwo stecken bleibt. Nicht immer ist ein Snackverkäufer da oder ein Bordbistro vorhanden, da ist es besser, man deckt sich selbst mit Getränken ein. Und man muss sich ja nicht gleich jedes Mal einen Coffee to Go im Pappbecher holen. Wie man mit nachhaltigen Getränkeverpackungen reisen kann, habe ich bereits im letzten Blogpost ein wenig beschrieben.

Menschen in Bewegung auf einem Bahnsteig mit einem einfahrenden Zug

manchen scheint es immer wieder irrsinnig viel zu sein, was ich so in den Urlaub mitnehme. Allerdings ist man immer wieder glücklich, wenn man alles parat hat. Ich hatte noch nie eine Zugfahrt, wo ich mindestens 3 oder 4 dieser Dinge brauchte. Meist nutze ich alle auf längeren Reisen.

Lärmschutzmaßnahmen beim Zugfahren

Das Thema Lärm im Zug ist von Fahrt zu Fahrt verschieden. da ich meine Pappenheimer ja kenne mit täglicher Zugfahrroutine, habe ich nach all den Jahren schon so ungefähr ein Gefühl dafür, welche Zugverbindung einigermaßen ruhig wird und sich gut zum Arbeiten oder Entspannen eignet. Aber ab und an hat man selbst um 7 Uhr morgens im ICE einen Junggesellenabschied mit Ghettoblaster. Das überrascht mich immer wieder aufs Neue. Daher habe ich immer Kopfhörer in meiner Tasche.

Lange Zeit wusste ich nicht so richtig, was ich denn hören soll, wenn ich arbeite, denn selbst Musik oder ein Podcast würden mich ja genauso sehr von der Arbeit ablenken wie ein Lärmpegel. Dann habe ich zum Glück vor wenigen Jahren eine White Noise App entdeckt, um den Lärm auszublenden und zu meiner Verwunderung funktionierte es und ich konnte mich bestens auf meine Arbeit konzentrieren. Oft funktionieren diese Apps auch offline und wir Zugfahrer wissen, wie wichtig es ist, sich nicht nur auf das WLAN an Bord verlassen zu können.

eine Frau, die aus einem Zugfenster blickt und eine verschwommene Landschaft

Manchmal gibt es bei dem Blick aus dem Fenster Spannendes zu entdecken. Mein Ehemann war zum ersten mal in München. Auf dem Weg dorthin hat er das erste Mal Hopfenfelder gesehen. Aber manchmal fährt man mit dem Zug nur durch dunkle Tunnel. Da ist es besser, eine Möglichkeit zur Beschäftigung dabei zu haben.

Beschäftigung für jeden Geschmack

Für den einen ist es der eBook Reader, für den Anderen eine transportable Spielekonsole oder auch das Smartphone mit Sudoku oder 2048. Und für andere wiederum ist es die Zeitung oder Zeitschrift – aber Hauptsache, man hat etwas zum Schauen, Lesen oder Spielen dabei. Ich persönlich bin da nicht der Typ Mensch, der im Zug Serien gucken kann, weil bei all dem Gewusel ständig etwas da ist, was mich ablenkt.

Nicht immer hat man den Luxus beim Zugfahren, das Buch oder Handy zur Seite legen zu können, weil man einen Gesprächspartner findet oder die  Landschaft da draußen so schön ist. Daher sollte man vor längeren Zugreisen auch darüber nachdenken, ob man wirklich nur das Smartphone mitnimmt, denn leider hat ja nicht jeder Zug Steckdosen zum Handy aufladen. Das sollte man wirklich nicht vergessen! Nicht nur einmal habe ich allein in den letzten Wochen Menschen erlebt, die mit ihrem Netzteil durch den Zug irrten. Sie fragten nach einer Steckdose und ich musste dann gestehen, dass es in diesem Nahverkehrszug nur eine Steckdose für die Putzkolonne gibt.

Strom und das Wichtigste

Das bringt uns gleich zum nächsten essenziellen Teil, das jeder von uns bei einer Zugreise braucht. Zugfahren scheint ja so einfach, aber bei all den Bahnhöfen, die man durchquert, sollte man nicht unterschätzen, dass es eben auch viel Zeit ist, die man auf der Schiene verbringt. Im Grunde genommen sind es drei Teile und während ich bei allen anderen Dingen sage: Okay, man kann auch mal etwas zu lesen oder die Notfallnüsse vergessen, ist das neben Wasser wohl das Wichtigste: Powerbank, Handdesinfektiomittel und Taschentücher. Denn ja, nicht jede Zugtoilette ist eine schöne oder gut ausgestattete Zugtoilette und ich war in letzter Zeit öfters auf IC Toiletten, die vom Alter her älter waren als ich. Daher ist es gut, immer mit Strom fürs Handy oder andere Geräte, Taschentücher, denn man weiß ja nie und desinfektionsgeil ausgestattet zu sein.

Denn Strom ist ja ohnehin essenziell: Mein Ticket ist auf dem Smartphone, während der Reise schaue ich ab und an, ob mein Umstieg auch wirklich klappt via Bahn-Website. Und für die Stadt, in die ich reise, kann ich mit online schon mal ein Nahverkehrsticket ziehen.

Bild von einer Zeitung lesenden Frau am Bahnsteig

Im Zweifelsfall ist es immer besser, bei guten Wetter am Reiseziel den Mantel ausziehen zu können. Auf jeden Fall besser, als nicht warm eingepackt zu sein und eine Erkältung zu riskieren. Denn es kann selbst nach einer Stunde Zugfahrt schon deutlich windiger oder kälter sein.

Gewappnet für jedes Wetter

Manch einer nimmt diese Hörnchenkissen mit in den Urlaub, um bequem zu sitzen oder schlafen zu können. Als Kind habe ich auch so etwas für Autoreisen nach Skandinavien und fand es fürchterlich. Es war alles andere, aber sicherlich nicht bequem. Ich bin da als ehemalige Pfadfinderin mit dem Kissenproblem einen anderen Weg gegangen. Als Pfadfinder hat man immer eine Schlafsackhülle dabei, die konnte man sich zum Kissen auspolstern und heute ist es eben ähnlich bei mir:

Da ich auch oft von Oldenburg nach Hamburg starke Wetterwechsel haben kann, habe ich immer genug Kleidungsschichten, um sich daraus Kissen und Decke zu basteln. Zugfahren lässt uns oft das Wetter leider vergessen – dort ist es meist warm und bequem, egal, ob Sommer oder Winter. Denn nichts nervt mehr als eine Erkältung, weil man keinen Cardigan oder Schal mit dabei hat und es ein paar grad kälter ist als an dem Ort, an dem man eingestiegen ist.

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