Dienstag, 31 März, 2020

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Manch einer beginnt hier auf Instagram, mit YouTube oder mit dem Bloggen und fühlt sich geehrt, dass man hier etwas gratis bekommt oder zu einem Event eingeladen wird. Am Anfang fragt man sich da ja nicht: Was soll mir das denn bringen?

Die Sache mit dem Mehrwert

Immer mehr Menschen wie die YouTuberin Mirellativegal oder auch viele Blogger, mit den ich in den letzten Jahren sprach, geben öffentlich zu, dass sie nicht oder nur gezielt auf Events gehen. Warum, mag man sich fragen. Dann aber auf den zweiten Blick, kann vielleicht auf den Gedanken kommen:
Muss ich extra anreisen?
Fahrtkosten, Übernachtung, muss ich die Kosten selbst übernehmen oder werden Sie übernommen, muss ich die versteuern?
Was habe ich für einen Mehrwert? Muss ich mir bei der Arbeit Urlaubstage nehmen?

Fashionweek? Nein danke.

So kenne ich beispielsweise viele, die nicht mehr zur Fashionweek in Berlin gehen oder nie hingegangen sind, da sie eben daraus keinen Mehrwert ziehen konnten.
Ich persönlich, als Teil der Plussize Community, sehe die Fashionweek eher pragmatisch. Denn ich zeige mich und bin Teil der Diversity Community und setze durch meine Anwesenheit ein Statement. Und wenn ich schon da bin, gehe ich auf Messen, lerne neue Labels kennen und sammele für mich relevante Visitenkarten.

All das sind nicht zu unterschätzende Faktoren. In diesem Blogpost geht es um zwei Beispiele für Events in Hamburg, die mir aus denen ich einen Mehrwert ziehen konnte.

Weiblicher Hahnenkampf

Frauen sollten sich supporten statt aufeinander rumzuhacken. Ich schreibe gerade sehr viel im analogen Leben zum Thema Selbstliebe und ein Punkt, auf den ich immer wieder zurückkomme, ist, dass die Herren der Schöpfung eher als Jungen doch zudem zeigen von offenen Aggressionen erzogen werden und es für sie komplett ok ist, dass in Anführungszeichen “Jungs mal Jungs sein dürfen”, während das zeigen offener Aggressionen bei Frauen eher unerwünscht ist und dadurch Frauen von klein auf passive Aggressivität anerzogen wird. Zu diesem Thema gibt es bereits in der Elementarpädagogik ganz interessante Bücher und Ansätze, wie man beispielsweise Mädchen mithilfe von “Wo die Wilden Kerle wohnen” zeigt, dass es nicht schlimm ist, auch mal laut und wild zu sein.
Es wurde bei dem female.Business.Now.Events sehr gut beschrieben mit den Worten, dass die Herren oft auf dem Golfplatz sind und sich da auszutauschen. Warum machen wir Frauen uns das eigentlich nicht auch zu eigen?

Warum wir uns nicht als Konkurrenz sehen sollten

Glücklicherweise gibt es aber immer mehr Menschen, die auch möchten und dafür sorgen, dass sich Frauen untereinander vernetzen. Ich sehe es ohnehin seit Jahren und seit meiner Jugend so, dass jede Frau so unterschiedlich ist sowie jeder Mensch, natürlich unabhängig vom Geschlecht. Jeder von uns hat seine eigenen Talente und seine eigenen Stärken und ist individuell von seiner eigenen Geschichte geprägt. Warum sollte ich einen bestimmten Menschen oder jeden Menschen als meinen Konkurrenten sehen? Selbst, wenn diese Person dasselbe vor hat wie ich, ist es vielleicht doch eine ganz andere Geschichte, die ich erzähle als die andere Person.  Denn diese Person stammt aus einer völlig anderen Welt und aus einer wirklich anderen Lebensrealität als der meinen. Mich mit meiner Geschichte gibt es nur einmal. Glücklicherweise ist dieses Denken auch in vielen genialen Köpfen von Geschäftsfrauen angekommen und so hat Ann-Christin Heymann vor 2 Wochen das erste Female.Business.Now Meetup in Hamburg veranstaltet. Der erste Gast dafür war Tanja Marfo, die eine Vorreiterin im Bereich Plussize Fashion mit ihrem Blog Kurvenrausch seit 2013 ist und seitdem auch die Plussize Fashion Days in Hamburg veranstaltet (letztes Jahr Diversity Fashion Days).
Man mag jetzt wahrscheinlich glauben, dass ich dadurch, dass ich Tanja in meinem Leben nicht zum ersten Mal gesehen habe auch schon ihre ganze Geschichte kannte, aber ich habe sehr viele hilfreiche Tipps bekommen, was beispielsweise alles in meiner Handtasche sein sollte und das ist grundsätzlich besser ist, alleine bei einer Veranstaltung zu sein zum Netzwerken zu sein. Eben nicht irgendjemanden wie beste Freundin mitzuschleppen, weil man dann ins kalte Wasser springen muss und neue Leute kennenlernt.

Warum man sich vernetzen sollte

Wenn man eine Geschäftsidee hat oder gerade sich selbstständig macht, dann gibt es zahlreiche Gründe, sich auch mit anderen auszutauschen. Damit meine ich nicht nur andere Leute, die genau dasselbe machen wie du und beispielsweise virtueller Assistent sind oder im Bereich Kulturmanagement aktiv sind. Nein, es ist auch sehr spannend und wichtig, sich mit anderen Branchen auszutauschen. Abläufe und Vorgehensweisen aus anderen Branchen können ein guter Impuls sein auch seine eigenen Strategien, Meilensteine und Ziele anzupassen, zu erweitern und zu verbessern. Vielleicht gelingt es einem dadurch noch eine Besonderheit, die einen von der Mehrheit abhebt, für die eigenen beruflichen Kompetenzen zu entdecken.

Erfahrungsaustausch

Ein wichtiger Punkt zum Netzwerken und zum Austausch auf Events oder Kongressen oder Meetups ist auf jeden Fall, dass man seine eigenen Erfahrung austauschen kann. Denn für die eigene Selbstständigkeit Gewerbe anmelden ist zumindest von Stadt zu Stadt gleich und mit wenigen Ausnahmen meist unabhängig von der Branche. Ich bin seit Jahren ein guter Ansprechpartner für das Thema Rechtsgrundlagen bei Instagram. Ich schreibe immer sehr schön dazu bei jeder Nachricht, dass das kein Rechtsberatung ist, weil ich ja keine Juristin bin, aber ich bin mit Juristen durch  Leben gegangen und habe auch mehrfach Workshops zu dem Thema Rechtssicherheit bei Instagram oder Rechtssicherheit bei YouTube oder Rechtssicherheit bei Blogs besucht.
Man sollte da auch nicht auf seinem hohen Ross sitzen, weil andere Leute das mit dem Impressum noch nicht so richtig wissen.

Beispielsweise hat mich jemand vor kurzem gefragt, ob sie einfach Fotos abfotografieren kann und das ohne Quelle veröffentlichen darf. Für jeden, der länger im Bereich Social Media aktiv ist, mag das eine total komische Frage sein, aber wenn man eben sich noch nicht mit dem Bereich Stockfotos und frei verfügbare Fotos im Internet auseinandergesetzt hat, dann ist das vielleicht auch einfach Neuland für einen.

Repräsentation

Ein wichtiger Punkt, den auch Tanja Marfo seit vielen Jahren konsequent bei der Fashion Week durchzieht ist die Repräsentation von Diversität in der Mode. Viele können mit der Fashion Week nichts anfangen, weil daraus eben keine guten Kooperationen oder ähnliches erwachsen, aber man kann auch einfach hingehen, um Vielfalt zu zeigen oder ein Statement zu setzen. Das hat man erst jüngst bei den Oscars gesehen, als Natalie Portman auf dem roten Teppich ein Mantel trug, auf denen der Name von vielen weiblichen Regisseurinnen gestickt war, die nicht für den Oscar nominiert waren.

Arbeitsgruppe

Es mag ein bisschen Banane klingen, aber manchmal hilft es eine zweite Person an seiner Seite zu haben,  um seine Ziele umzusetzen. Quasi einen Tandempartner. Du machst auch ein Online-Kurs? Du schreibst auch gerade einen Buch, dann lass uns doch einfach mal einmal pro Woche telefonieren und darüber austauschen, wie weit wir gekommen sind. Diese Buggy Methode ist tatsächlich inzwischen sehr weit verbreitet und viele Leute suchen über Facebook Gruppen oder Instagram oder auch einfach nur einen Menschen, mit dem sie sich über ihre Erfolge austauschen können. Und das Prinzip ist einfach wie wirkungsvoll. Wenn du einmal pro Woche mit jemandem telefonierst und deine Fortschritte mitteilen möchtest, musst du dazu auch Fortschritte gemacht haben.

Man weiß ja nie…

Ich persönlich finde auch über meine eigene Branche hinaus spannend, was Menschen alles so an verschiedenen Dingen tun und du weißt nie, wann du diese oder jene Person dir eine Hilfe sein könnte. Ich schreibe gerade und habe beispielsweise immer im eigenen Bekanntenkreis jemanden gefunden, der Illustrationen beherrscht. Genauso gut kann es einfach sein dass du im Bereich Kulturmanagement bist und ein Even organisieren musst und dann vielleicht jemanden brauchst, der spezielles Catering mit glutenfreien Kuchen macht. Daher ist es einfach mal spannend, out of the comfort zone zu gehen, die eigene Blase zu verlassen und Neuem gegenüber offen zu sein.

Kooperationen finden

Viele sind manchmal irritiert, weil ich eben bisher keinen Podcast und keinen Onlinekurs anbiete und trotzdem auf solche Events zum Netzwerken gehe. Aber du weißt ja nie, wer dir dort begegnet. Und manchmal ist es ja auch einfach so, dass ich durch das Bloggen oder meine Reichweite auf Instagram eine gute Plattform zur Zusammenarbeit bilde. Die besten Kooperation begann eigentlich im Grunde genommen damit, dass man sich die Tage oder analog gefunden und erst einmal ausgetauscht hat und eben nicht über irgendwelche Vermittlungsbörsen für Kooperationen oder Ähnliches. Denn auf Events oder Kongressen oder anderen Veranstaltungen sieht man euch als Menschen und eben nicht nur den fertigen Feed.
Das spricht tatsächlich dann auch wieder für die Fashion Week, dort gibt es ja oft Events, wo man sich einfach akkreditieren lassen kann, um sich dann einfach vor Ort sich mit Marken auszutauschen.

Etwas dazu lernen

Innerhalb einer Woche war ich zweimal auf einem Meetup. Bei dem letzteren ständig ein bisschen unter Zeitdruck, um meinen Zug zu kriegen. Deswegen ging es dort weniger um das Netzwerken und mehr um den Workshop Charakter, denn es ging um Kundenakquise im weitesten Sinne. Denn wir machen Instagram und bauen Reichweite und Likes auf, aber wozu eigentlich? Anders als bei YouTube, wo man ab einem bestimmten Zeitpunkt seine Werbung monetarisieren kann und somit zumindest ein paar Cent dazu verdienen kann pro Klick oder nicht übersprungener Werbung, verdient man einfach durch das Bestücken von Instagram kein Geld, sondern alle Arbeitszeit, die man im Instagram steckt, ist erst einmal Arbeit, die ohne jegliche direkte Vergütung ist .
Deswegen kann ich jedem Menschen, der irgendwie als Blogger oder auf Instagram tätig ist, raten sich auch mal mit dem Thema Kundengewinn zu beschäftigen. Ich für meinen Teil muss nämlich mir auch selber eingestehen, dass ich privat Instagram nie im Leben nutzen würde. Der einfache Grund dafür ist, dass es einfach sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Darüber nachzudenken, was ich persönlich genau mit Instagram, Tiktok oder einem anderem Sozialen Netzwerk erreichen möchte, erscheint mir sinnvoll.

Neue Impulse

Der Austausch kann auch einfach gut dazu dienen, dass man eine ganz andere neue Idee bekommt und effizient mit seinen Ressourcen arbeiten kann. So sammelt man auch eigene Inspiration, die man dann durchaus in Zukunft nutzen kann. Kürzlich habe ich mich beispielsweise mit einem Menschen ausgetauscht, der gerade aus einem selbstgeschriebenen Buch einen Onlinekurs macht. Es gibt also keine langwierige Recherche und keine langweiligen Tage in Fachliteraturrecherche. Da ist ein fertiges Buch und damit dieser Inhalt für Menschen greifbarer ist, wird daraus eine Art digitales interaktives Arbeitsbuch gemacht. Nichts anderes ist ein Online Kurs, mal mit mehr, weniger oder gar keiner Betreuung.

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