Freitag, 7 August, 2020

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Manchmal ist es wirklich interessant zu sehen, wie eine Stadt im Laufe der Jahre sich verändert und wir als ein Paar, dass jedes Jahr im Januar seit Jahren Amsterdam reist, hat diese Stadt irgendwie schon im Blick. Ich meine: Wir alle kennen das, empfehlen wir in unsere alte Heimatstadt gehen oder in eine Stadt, in der wir länger zum Studium gelebt haben… Wie Laufen erst einmal durch die Innenstadt und gucken, was sich so verändert hat.

Dieses Jahr hatte ich zum ersten Mal seit 2014 mit Regen zu kämpfen und schlechten Wetter und eine Stadt, die man ganz gut kennt, noch mal bei einer anderen Wetterlage kennenzulernen ist natürlich auch etwas Besonderes. Alles im Detail haben wir schon auf meinem persönlichen Blog geschrieben. Nun, aber meine ultimativen Tipps über die Jahre für schlechtes Wetter, die ich von 2014 bis heute für euch zusammengestellt habe.

Diese Eislaufbahn in Amsterdam gilt als eine der schönsten in den Niederlanden. Aber da wir fast die ganze Zeit nur Regen hatten, mussten wir uns dazu Alternativen suchen.

Fashion Shoppingtour durch Amsterdam

Einkaufen zu gehen ist jetzt wirklich nicht die schlechteste Idee in Amsterdam. Man kann natürlich erstmal die ganzen Modeketten, die man ohnehin auch in seinem eigenen Land hat beiseite lassen. Wirklich interessant sind meines Erachtens nach die Vintage Modeläden. Einerseits gibt es die klassischen Vintage Läden mit einer wirklich ausgesprochen schönen Auswahl an Kleidern, bei dem jedes Herz höher schlägt. Ich bin ja Plussize aus und muss leider sagen, dass es wenig bis gar keine Auswahl gibt in dem Bereich. Aber bis ungefähr Größe 42 hat man keinerlei Probleme schöne Sachen zu finden und auch bei Größe 44 oder 46 kann man noch den einen oder anderen Schnapper machen.

Außerdem gibt es auch Kilo stores, wo man je nach Material pro Kilo einen bestimmten Preis zahlt. In Amsterdam im Stadtzentrum ist es natürlich gar nicht mal so günstig, wie das im ersten Moment klingt. Aber Amsterdam wird halt eben auch von Jahr zu Jahr voller und teurer, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Amsterdam ist bekannt für seine Ice Bakeries. Ja, es sieht alles sehr nach Foodporn aus. Aber glaubt mir: Für Veganer ist es eh nichts. Und außerdem ist das oft nur viel Farbstoff und kein guter Geschmack dahinter. Dennoch findet man in der Stadt leckere Dinge für jeden Geschmack. Mein Mann und ich essen dort gefühlt den ganzen Tag.

Essen

Essen gehen es wieder einer Mathematik für sich in Amsterdam. Es gibt halt wirklich ein Überangebot an unglaublich tollen Sachen für jeden Geschmack. Da sind einerseits streetfood Geschichten wieder Albert Cyup Markt. Da bekommt man den frischen Säften und Smoothies und Lebensmittel für den Alltag auch geräucherte Mandeln beim Nüssemann oder eben auch so schöne Spezialitäten wie holländischen Käse oder auch Waffeln oder Poffertjes. Und wer noch nie eine Stroopwafel probiert hat, der kann dort wirklich günstig eine Waffel bekommen, die frisch und lecker zubereitet ist. Übrigens haben wir dem Thema Essen im letzten Jahr im ganzen Blogpost gewidmet.

Leider hat einer der liebsten Orte in Amsterdam jetzt im letzten Jahr aus uns unbekannten Gründen geschlossen. Das Konzept von “Trust”, später “labeled with Trust” war einfach wie genial: Ehrenamtliche Arbeitskräfte eines Arbeitskreises zu diesem Projekt haben für dich gekocht und du hast das gezahlt, was die Zahlen möchtest, eine Kasse des Vertrauens. Vor etwa zweieinhalb Jahren haben sie dann in eine andere Location gewechselt und in der alten Location ist heutzutage ein Raman-Restaurant. Der Concept Store bietete mehr Platz und verkaufte auch kleine Reimender, dass man Vertrauen soll auf das Gute im Menschen. An sich ein schönes Konzept. Im letzten Jahr hatten sie bereit Start dem “pay as you feel” Konzept feste, aber dennoch für Amsterdam günstige Preise eingeführt und leider wurde inzwischen der Laden geschlossen und warum das so ist, konnte ich leider auch nach mehrtägiger Recherche mit einigen Ansprechpartnern in der Stadt nicht zurückverfolgen.

Da mein Mann nun auch vegan lebt, haben wir uns dafür entschieden, dieses Jahr mehr vegane Restaurants in Amsterdam zu besuchen. The Vegan Jung Food Bar hat wirklich eine kunterbunte Auswahl. Dort kann man super Zeit verbringen in Amsterdam bei schlechten Wetter. Bei einigen Filialen muss man allerdings auch mal Schlange stehen.

Kunst und Kultur

Amsterdam ist eine Partystadt und damit auch ein Treffpunkt für junge Leute, die mal wirklich den Hedonismus fröhnen möchten. Dabei sollte man allerdings nicht vergessen, das ist auch unglaublich viele tolle Museen und Kultur in Amsterdam gibt und natürlich ist an erster Stelle für mich das Van-Gogh-Museum. Ich finde einfach persönlich, dass van Gogh und seine Lebensgeschichte unglaublich interessant ist und einfach zeigt, dass ein heute wirklich legendäre Künstler zu seinen Lebzeiten vielleicht gar nicht so legendär war unten gar nicht so tolles Leben hatte.

Wo man heute mehr in Realität auf Instagram fordert, kann man da sagen mehr Realität im Leben eines Rockstars seiner Zeit. Denn einen wirklich krassen Lifestyle kann man diesen Mann ja gar nicht absprechen. Ich spreche da nicht nur von seiner Lebens Episode mit dem abgeschnittenen Ohr, sondern auch von seinem Anfang und dass er einfach in einem relativ hohen Alter angefangen hat mit dem Malen. Ich kenne genug Menschen in meinem Alter, die jetzt Ende 20 Anfang oder Mitte 30 sind und sich fragen, ob das mit der Lehre oder ihrem Studium doch eine gute Idee war oder sie vielleicht etwas ganz anderes machen wollen und dann plötzlich vom Immobilienkaufmann zum Krankenpfleger umschulen. Daher kann ich das Museum an alle, die sich noch nicht so intensiv mit van Gogh beschäftigt haben bedingungslos empfehlen.

Ein anderes wichtiges Museum neben dem Reichsmuseum, das besonders phasenweise von US-Amerikanern überflutet wird wegen der bedeutenden Bilder, ist natürlich auch das Anne Frank Haus. Jeder von uns hat wahrscheinlich von Anne Frank gelesen oder gehört im Geschichtsunterricht in der Schule oder vielleicht auch die Tagebücher in Deutsch irgendwann mal im Laufe des Schullebens gelesen.

Mehr als nur schöne Motive für Instagram. Das Museum unterscheidet sich schon sehr von denen in Deutschland, die ich besucht habe. Am Nachmittag war es ziemlich voll, ich würde es beim nächsten Mal am Vormittag versuchen.

WONDR Experience Museum im Norden der Stadt

Über dieses Museum hatte ich bereits letztes Jahr berichtet. Und ich muss gestehen: Erst jetzt verstehe ich es besser. Denn auch, wenn es irgendwie an Instagram Museum in Düsseldorf oder Köln erinnert, ist es schon anders, wenn man es dann erst einmal betreten hat. Karten gibt es nur im Internet. Wer also hinmöchte, sollte ein paar Tage früher bestellen. Mit 25 Euro ist es recht günstig für ein Museum dieser Art.

Dieses Museum ist wirklich perfekt für schlechtes Wetter und insbesondere etwas Tolles für Familien. Vielleicht denkt man sich im ersten Moment, dass das nur etwas für Influencer für tolle Fotos ist, aber der erste Eindruck täuscht. Man erlebt wirklich mit allen Sinnen dieses Museum und es ist innovativ und bunt und laut und verrückt und wundervoll für Kinder. Ob man dann Fotos machen möchte oder Videos drehen möchte oder es ganz lässt, bleibt einem selbst überlassen. Und obwohl ich auch die Museen in Deutschland mit schönen Instagram Motiven feiere, ist dass das Museum, dass mir am meisten Spaß gemacht hat.

Ehrlich gesagt kann ich mir persönlich gut vorstellen, dass ich das Museum nochmal besuchen werde, vielleicht auch mal mit kleineren Verwandten. Denn es geht nicht um Fotos, sondern um eine schöne Zeit. Und um Kunst zum Anfassen. Ein bisschen auch um Tagträume zum Anfassen, ein Spielplatz für Erwachsene. Meiner Meinung nach darf es so etwas auch in Bremen, Hamburg, Hannover oder Berlin geben.

Von Wolkenträumen mit Kissenwänden über Marshmellow Pools. Und von flauschigen Karaokeboxen bishin zum gelben Dschungel mit blauen Bananen. Das WONDR Experience ist Kunst zum Anfassen.

Einfach mal einen Kaffee trinken?

Amsterdam und die Cafés ist eine spezielle Geschichte. Dann einerseits würde ich sagen, dass die Cafés dort toll sind. Es gibt so viele verschiedene und etwas für jeden Geschmack. Es gibt viele vegane Optionen, was für uns sehr wichtig ist, denn mein Mann ist jetzt auch seit Jahresbeginn hundertprozentiger Veganer. Das strengt unsere Auswahl dann schon mal wieder ein. Amazon gibt es diese touristischen Bäckereien mit den knallbunten Macarons. Von denen kann ich eher abraten. Es sieht alles sehr sehr verführerisch aus bei den Ice Bakeries. Aber es schmeckt meistens sehr künstlich und nicht besonders lecker. Außerdem gibt es ganz wundervolle Cafes und ich war dieses Mal so inspiriert, dass ich einen ganzen Instagram Post zum Thema Branding und Color Branding anhand von Cafes und Restaurants in Amsterdam gemacht habe.

Und ich finde eben auch immer wieder neue tolle Cafes in neue Restaurants und neue wunderschöne Orte. Aber die Sache hat leider einen großen Haken: in jedem Kaffee haben mein Ehemann und ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass man sehr gehetzt wird.

Eine Empfehlung für eine Kaffeekette?

Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich persönlich fast schon wie ein digitaler Nomade lebe und den einen Tag im Zug arbeite und den nächsten Tag in Hannover in einem Café bin und am übernächsten Tag in Hamburg… Aber in Cafés in Amsterdam soll man am besten alle 10 oder 20 Minuten was neues bestellen oder ansonsten die Plätze für jemand neues frei machen. Die einzige Ausnahme bildet eine gewisse Kaffeekette, die es in Amsterdam gar nicht so oft gibt wie in anderen Städten. In Amsterdam eher in Bahnhöfen oder Bahnhofsnähe. Mein Ehemann ist persönlich nicht so der Fan dieser Kaffeekette aus dem einfachen Grund, dass er keinen Kaffee trinkt und der Tee im da nicht so gut schmeckt. Aber Starbucks ist mehr oder weniger das einzige am Café in Amsterdam wurde auch einfach mal eine Stunde sitzen bleiben kannst ohne etwas Neues zu bestellen. Diese Mentalität ist allerdings nicht überall in den Niederlanden so. In Groningen beispielsweise komplett anders und du kannst dich in jeden Kaffee gemütlich hinsetzen ohne ständig nachbestellen zu müssen. Das ist wieder eine Entwicklungen Amsterdam, die in von Jahr zu Jahr heftiger wird.

Egal, ob in Amsterdam oder in Brüssel: Alle Filialen eint eine gemeinsame Speisekarte.

The Avocado Show

Wer schon mehrere Blogposts von mir hier zu dem Thema Amsterdam oder vielleicht auch im vergangenen Jahr den Blogpost zum Thema Brüssel gelesen hat, müsste diesen Namen bereits kennen. Bereits vor zwei Jahren, als ich angefangen habe, für diesen Blog zu bloggen, haben wir dieses Restaurant besucht und darüber auch geschrieben. Seit dieser Zeit kam 2 Filialen hinzu, eine weitere in Amsterdam und eine Brüssel. Das mit diesem Restaurant The Avocado Show eine eigene Geschichte für sich. Denn jetzt kann ich an euch meine hilfreichen Tipps weitergeben zu den beiden Filialen in Amsterdam.

Wer dort essen möchte, hat folgende Möglichkeiten: Entweder, ihr geht sicher und reserviert. Oder, ihr seid gleich zur Öffnung bei der Filiale bei der Heiligen Experience. Was uns angeht, haben wir die Karte schon fast durchgespielt. Zumindest, was die veganen Gerichte angeht. Denn mein Mann lebt auch seit Anfang dieses Jahres jetzt komplett vegan und betreibt auch einen veganen Instagram Account.

Dieses Café ist eines der meist fotografierten Orte bei Instagram. Aber lohnt sich auch ein Blick nach innen?

Der beste Kaffee von Amsterdam

Kaffee in Amsterdam ist ein Thema für sich, das habe ich ja oben schon thematisiert. Leider ist die Mentalität in den  Jahren, in denen ich dort war, sehr anders geworden. Wo man früher kuschelige Cafés ohne Bestellzwang fand, ist es heute oft ein ganz anderes Bild. Wer nicht alle 10 Minuten etwas Neues bestellt, sollte lieber zahlen und gehen. Das ist teils sehr unangenehm, aber ich verstehe natürlich da auch alle Parteien. Es gibt eben viele Kultcafés dank Instagram wie das Pluk mit seinen Unicorn Bowls. Und nicht zu vergessen Polarberry mit seinen Unicorn Cakepops und den Schokoladentafeln mit Amsterdam Symbolen, ein tolles Mitbringsel.

Als Kunde hat man drinnen nicht viel Zeit. Rein, bestellen, konsumieren, zahlen, Nächste bitte.

Aber als Kunde, der draußen wartet, möchte man sich auch nicht die Beine in den Bauch stellen. Schlangen vor Cafés gehören seit Jahren zum Stadtbild.

Und die Betreiber muss man da ja auch irgendwie verstehen. Kunden, die nichts bestellen, bringen keine Einnahmen. Die Mieten sind Amsterdams Innenstadt sind teuer, also müssen die ja auch was einnehmen.

Neben Kaffee und Speisen gibt es hier auch in rosa Atmosphäre eine schöne Auswahl an Töpferwaren.

Eine kleine Insel der Ruhe mit einem wirklich, wirklich guten Kaffee, dem besten der Stadt, war da das Blond Amsterdam, auch nahe der Heiligen Experience in Richtung Albert Cuyp Markt. Dieses Café ist unglaublich hübsch und rosa, aber kann auch mehr, als nur hübsch und rosa zu sein. Nein, neben Café und abgefahrenen Kuchenkreationen in allen Farben des Regenbogens gab es auch Geschirr. Denn ja, dieses Geschäft ist ein Kaffee, das auch Töpferwaren verkauft. Auch für uns durfte ein handbemalter Becher mit, den man sicherlich noch ab und an sehen wird bei Instagram. Und ja, es gab für uns auch vegane Milch für den Kaffee. Und für meinen Mann einen veganen Brownie.

Zweimal haben mein Mann und ich eine solche Fahrt durch die Grachten mitgemacht zum Amsterdam Light Festival. War es empfehlenswert? Eher nicht. Viele haben das Amsterdam Light Festival auch schlecht bewertet, weil sie das Wort Festival falsch gedeutet haben. Es ist eher eine Ausstellung im Freien. Dieses Jahr waren die Sachen, die wir uns angeguckt haben, eher schlecht zu fotografieren und auch etwas außerhalb der Stadt.

Eine Art Fazit

Mein Mann und ich haben seit Jahren diese Tradition, aber nun haben wir entschieden: Wir lieben Reisen. Aber Amsterdam möchten wir demnächst lieber im Sommer sehen. Und auch mal andere Städte in den Niederlanden. Oder eine Tour, wenn wir zu unserer Verwandtschaft nach England mit der Fähre fahren. Einfach mal ein paar Städte wie Rotterdam oder Zwolle mitnehmen. Ich sehe diesen Abschluss mit einem lachenden und weinenden Auge.  Einerseits ist es gefühlt immer dasselbe geworden beim Light Festival und für meinen Mann und mich ist die Luft raus. Andererseits ist es natürlich traurig, eine solche Tradition zu brechen. Aber ich nehme an, dass andere Traditionen dafür kommen werden.

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