Montag, 3 August, 2020

Read this in: Englisch

Vielleicht habt ihr es im vergangenen Jahr mitbekommen: Viele, viele tausende Menschen pilgerten zu einer bestimmten Straße in Bonn, die eine wundervolle Kirschblütenpracht zeigt. Wir warn kurz nach der Kirschblüte 2019 beruflich in Bonn. Und kamen zufällig auf dem Weg zum Botanischen Garten an diesem Instaspot vorbei. Was wir beobachtet haben, war sehr interessant. Ein asiatisches Pärchen war ziemlich verdutzt, als sie diese Fotolocation ohne Blüten sah. Aber wie findet man eigentlich so eine passende Fotolocation?

Diese Frage klären wir heute, getreu dem Motto: Viele Wege führen nach Rom.

Plattformen

Es gibt einige englischsprachige Plattformen wie SightsMap, wo man sich über solche Locations informieren kann. Auch Fotoplattformen wie Flickr können da helfen, dort gibt es auch so etwas wie Maps. Und selbst Google Maps hat heutzutage die Möglichkeit, zu gucken, ob ein Café deiner Wahl auch von der Einrichtung her aus instagramable aussieht.

In Deutschland ist mit für Fotolocations bislang nur 22places bekannt. Belehrt mich gerne, wenn es da noch andere gibt. Besonders auf dieser Plattform findet man gute und ausführliche Listen für Städte wie Hamburg, Berlin oder München.

Gib mir einen Geotag

Auch bei Instagram kannst du direkt gucken, ob du etwas Schönes findest. Ich beispielsweise mache es so, dass ich mir Geotags schöner Locations bei Google Maps einspeichere und dann vor Reisen an jene Orte angucke. Deswegen kann ich immer nur empfehlen: Schreibt präzise Geotags! Sharing is caring und wenn ihr nett seid, dann verlinkt ihr auch eure Quelle. Durch die Berliner Bloggerin Andysparkles habe ich beispielsweise im vergangenen Jahr durch ihre Story eine super Fotolocation in Berlin entdeckt. Ehrensache, dass ich sie natürlich in dem Instagrampost genannt habe.

Und auch bei Pinterest findest du gute Auflistungen, welche Städte gute Fotospots zu bieten haben. einfach den Namen eurer Stadt eingeben und oft findet man viele Blogposts.

Diese Location in Hamburg haben wir durch einen Fotowalk mit @igershamburg entdeckt. Und kürzlich habe ich sie dann auch bei einer Werbekampagne von Tom Tailor entdeckt.

Fotowalks und Städte-Accounts

Leider hat man ja nicht immer einen präzisen Geotag bei Instagram und bei Hashtags? Frag nicht nach Sonnenschein! Ich bin mir nicht sicher, warum manche glauben, dass das Aufzählen von möglichst vielen Städten was bringt. Da bin ich auch ganz ehrlich so ein Nörgler. Schon 2014 habe ich Leute angemeckert, dass sie einfach Bremen als Hashtag posten und dann aus Nürnberg kommen bzw. das Foto in Nürnberg gemacht wurde. Ich glaube, das war sogar noch vor der Zeit vor den Geotags.

Ein guter Tipp für diesen Fall sind Städteaccounts und mindestens jede Stadt hat da ein ganzes Dutzend. Bremen z. B. @bremermoment, Hamburg @igershamburg und so weiter und so fort. Wenn ihr in eurer Stadt oder eine Stadt, in die ihr reisen wollt, also Orte entdecken wollt, dann können euch diese Accounts enorm weiterhelfen. Und wenn ihr an einem fotowelk teilnehmen könnt in eurer Stadt, kann ich euch das nur ans Herz legen. Da kann ich aus eigener Erfahrung berichten, dass ich so echt alle Instaschätze gefunden habe bei diversen Fotowalks.

Die Sache mit dem Urheberrecht

Wir reden hier die meiste Zeit von öffentlichen Orten, aber man muss natürlich auch gestehen, dass natürlich nicht alles rechtssicher ist, was man auf Instagram sieht. Wusstet ihr beispielsweise, dass man die Fotolocation “Eiffelturm bei Nacht” nicht fotografieren oder filmen und dann veröffentlichen. Auch nicht bei Instagram oder Facebook. Das  liegt allerdings nicht an dem Eiffelturm an sich, sondern an der Lichtshow. Das Beleuchtungsunternehmen SETE illuminations hat sich die Urheberrechte am beleuchteten Eiffelturm gesichert. Ohne Genehmigung darf man nicht fotografieren.

Kann man nun Fotos dann auf Instagram oder Facebook posten? Ja, wenn es privat geschieht. Schreibt dann als Bildunterschrift “copyright Tour Eiffel – illuminations Pierre Biteau” dazu. Kommerzielle Nutzung ist allerdings tabu und auch eine knifflige Frage, wo das mit dem kommerziellen Nutzen beginnt. Ein Bild für eine bezahlte Kooperation bei Nacht sollte man ohne Genehmigung der SETE vermeiden.

Benimm dich

Manchmal sieht man so tolle Orte und möchte diese Fotolocation auch selbst nutzen. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass manche Leute Privatgelände und nicht öffentlicher Grund sind. Ein schönes Beispiel dafür können Hinterhöfe in Städten wie Hamburg, Göttingen oder Berlin sein. Im Zweifelsfall einfach einen Anwohner fragen, wenn da ein Schild steht, ist die Sache eindeutig. Auch mit Requisiten sollte man aufpassen, denn manche Dinge wie Rauchfackeln sind einfach an manchen Orten tabu.

Instagram Museen

Natürlich gibt es auch immer mehr Instagram Museen in Deutschland und Europa – über einige davon hatte ich bereits berichtet. Ich prognostiziere, dass es davon in 2020 noch so einige neue geben wird. Hier hat man den Vorteil, dass man nicht teure Requisiten kaufen muss, sondern sich ins gemachte Nest setzt. Dafür zahlt man meist um die 30 Euro pro Person. Dafür hat man aber gut ausgeleuchtete Locations. Und vor Ort hat man eine Ecke, um sich zu schminken, die Haare zu richten. Auch das sollte man nicht unterschätzen, denn, wenn wir outdoor fotografieren, bin ich auch manchmal sehr schmerzfrei und ziehe mich um und schminke mich auf der Parkbank.

Wer schicke Instagram Fotos unabhängig von Wetter will, kann einfach mal danach suchen, ob sich bei ihm in der Nähe ein Instagram Museum befindet. Ich kenne so manche, die 1000 km und mehr gereist sind für Pop Up Museen wie das Supercandy Museum in Köln. Dieses kleine, aber feine Instagram Museum ist übrigens gratis und in Wolfsburg.

Kein Meer in der Nähe? mit dem richtigen Objektiv wird auch der See zum Meer. Roxi hat uns mit einer Festbrennweite fotografiert. Foto: Roxis Fotos.

Das Beste ist manchmal direkt vor der Haustür

Es muss nicht immer London oder Paris sein. So kenne ich viele Fashion Blogger, die gezielt in ihrer Stadt nach älteren Gebäuden in einem edlen, klassizistischen Stil mit Säulen suchen. Keine Stadt und kein Dort ist zu klein – überall findet man interessante Orte für Fotos, vielleicht auch dort, wo man sie am wenigsten erwartet. Einer meiner absolut liebsten Fotoorte ist beispielsweise ein schmaler Gang im Bremer Viertel. Links und rechts sind Mauern, dazu ein bisschen Graffiti. eigentlich kein spezieller Ort, aber es sieht ein echt schönes Bildmotiv, wenn man jemanden in diesen Gang stellt und fotografiert. Eine Fotolocation muss ja nicht ein berühmtes Denkmal sein. Auch mit Accessoires und Farben kann man arbeiten. Manch ein Instagramme sucht beispielsweise nach Graffiti oder rosa Wänden, in Hamburg gibt es eine Straße, die ich liebevoll die Insta Street nenne, weil dort so viele Mode Instagrammer Fotos entstanden sind.

Es muss nicht immer die große weite Welt sein. Manchmal reicht es auch, sich mal in der Gegend umzuschauen. Meine Schwiegereltern leben beispielsweise mitten in der Heide.

Tags: , , , , , , ,