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Japan war schon immer ein Traumziel – vielschichtig, kulturell tief verwurzelt und visuell beeindruckend. Und doch blieb für internationale Reisende lange eine ganz einfache Frage unbeantwortet:
Wo übernachten eigentlich Familien?
Als der internationale Tourismus in Japan rasant zunahm, wurde diese Lücke immer deutlicher. Traditionelle Ryokans wirkten auf viele ausländische Gäste formell und einschüchternd. Businesshotels waren klar auf Alleinreisende ausgelegt – kleine Zimmer, Preisgestaltung pro Person und wenig Platz für Gepäck oder gemeinsames Wohnen. Für Familien mit vier oder mehr Personen wurde Japan schnell kompliziert.
MIMARU erkannte genau diese Lücke – und entschied sich, nicht nur eine Lösung zu finden, sondern das gesamte Konzept neu zu denken.
Raum für echtes Reisen
Anstatt Gäste in kleinere Zimmer zu pressen, ging MIMARU einen mutigen Schritt in die entgegengesetzte Richtung. Alle Zimmer sind größer als 40 Quadratmeter, mit Küche und Waschmöglichkeiten ausgestattet. Abgerechnet wird pro Zimmer – nicht pro Person.
Was für viele Reisende selbstverständlich klingt, war im japanischen Hotelmarkt eine kleine Revolution. Doch genau diese Einfachheit machte den Unterschied: mehr Komfort, mehr Freiheit und ein Aufenthalt, der sich dem echten Reisealltag anpasst.
Wenn globale Perspektiven lokale Gastfreundschaft bereichern
Der eigentliche Wendepunkt lag jedoch nicht nur im Raumkonzept, sondern in den Menschen.
Von Anfang an setzte MIMARU auf internationale Teams. Heute arbeiten Mitarbeitende aus fast 40 Ländern in den Häusern – nicht als Marketingmaßnahme, sondern als strategische Entscheidung.
Unterschiedliche Kulturen kommunizieren unterschiedlich: direkt oder indirekt, pragmatisch oder harmonisch. Statt diese Unterschiede zu glätten, nutzte MIMARU sie bewusst als Lernquelle.
Ein Beispiel: Gepäck. Internationale Familien reisen mit deutlich mehr Koffern als klassische Geschäftsreisende. Ein Problem, das in traditionellen Hotels kaum existierte. Dank der vielfältigen Perspektiven im Team wurde nicht nur das Problem erkannt, sondern auch gelöst – mit großzügigen Gepäckbereichen und Same-Day-Airport-Delivery, die heute zum Markenzeichen gehören.
Eine Arbeitskultur mit Entwicklungsspielraum
Auch intern lebt MIMARU diese Offenheit. Die Geschichte von Asami steht exemplarisch dafür. Nach Auslandserfahrung kehrte sie nach Japan zurück – mit dem Wunsch, Vielfalt stärker in der japanischen Arbeitswelt zu verankern. Sie begann als Teilzeitkraft bei MIMARU, entwickelte sich zur Managerin und leitet heute einen Bereich für neue Geschäftsentwicklung.
Ihr Weg zeigt: Bei MIMARU zählen Initiative, Perspektive und Verantwortung – unabhängig vom Einstiegspunkt. Mitarbeitende werden ermutigt, unternehmerisch zu denken und aktiv mitzugestalten.
Gastfreundschaft, die sich wie Freundschaft anfühlt
Während klassische japanische Hotellerie stark von Formalität und festen Abläufen geprägt ist, wählte MIMARU einen anderen Ansatz: Gäste empfangen wie Freunde aus der Ferne.
Es gibt Betriebsstandards, aber keine starren Service-Skripte. Mitarbeitende reagieren individuell auf Gäste, geben persönliche Empfehlungen, erklären kulturelle Feinheiten und schaffen echte Begegnungen.
Viele erkunden aktiv ihre Viertel, sammeln Tipps und teilen diese im Team. Die Frontline wird so zur wichtigsten Inspirationsquelle für Verbesserungen – Service entsteht gemeinsam.
Mehr als nur ein Ort zum Übernachten
MIMARU versteht sich nicht nur als Unterkunft, sondern als Brücke zwischen Gästen und Japan.
Sprachbarrieren, Reservierungen oder alltägliche Abläufe können für Reisende frustrierend sein. Multilinguale Teams helfen, diese Hürden zu überwinden – und denken weiter: Wie kann Reisen einfacher, entspannter und zugänglicher werden?
Der Fokus liegt darauf, kleine Reibungen zu entfernen, damit Gäste sich ganz auf das Erlebnis Japan einlassen können.
Menschlichkeit vor Automatisierung
Während viele Hotels verstärkt auf Automatisierung und KI setzen, trifft MIMARU eine bewusste Entscheidung: Menschliche Wärme bleibt zentral.
Technologie unterstützt, ersetzt aber keine echten Begegnungen. Die Vision der kommenden Jahre ist klar: Familienreisen in Japan sollen sich sicher, leicht und selbstverständlich anfühlen – mit Mitarbeitenden als kulturelle und sprachliche Brücken.
Ein leiser Wandel in der Branche
MIMARUs Einfluss reicht mittlerweile über die eigenen Häuser hinaus. Andere Hotels überdenken Zimmergrößen, Preisstrukturen und Sprachkompetenzen. Die Idee einer informellen, persönlichen und gleichzeitig authentisch japanischen Gastfreundschaft findet zunehmend Anklang.
Was als Lösung für Familien begann, wurde zu einem stillen Impuls für eine ganze Branche.
Eine Lektion fürs moderne Reisen
Diese Geschichte handelt nicht nur von Hotels, sondern von Haltung, Führung und Zuhören.
MIMARU entschied sich nicht zwischen lokaler Tradition und globalem Denken – sondern verband beides zu etwas Neuem.
Alles begann mit einer simplen Frage:
Wo übernachten Familien?
Heute ist daraus eine größere geworden: Wie schaffen wir Reiseerlebnisse, die unsere Herkunft respektieren und gleichzeitig offen für die Welt sind?
Die Antwort entwickelt sich weiter – Gast für Gast, Teammitglied für Teammitglied, und Idee für Idee.















